Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 45.1928
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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schaft bezeichnet, dio alloin der Plural aufweist, nicht der Singular. Im Semitischen bedeuten z. B. die Tiernamen für liind i«V7K. jikkadisch l'ni), Fisch (mi), Insekt ("ptf) usw. auch vieL (sein), ja zwei dieser Wörter sind geradezu Zahlwörter für iooo geworden. Das trifft nur auf den Plural zu, ein Kind, ein Fisch sind nicht viel. Zu Wörtern für „sich gatlen, doppeln, paaren, anschließen" .stehen im Semitischen wie im Indogermanischen Wörter wie Gülte, Zwilling, lat. par „der eine aus dem Paar, der gleiche", Freund, liruder, Schivuger. Aber wo nur einer ist — galtet, doppelt, paart, befreundet, schwa'gert sich nichts. Die Wörter sind im Plural entstanden und bedeuteten ursprünglich: z u s a in m e n , zusammengehörig. Auch Gallunyen gehört zu yallcn und bedeutete ebenso ursprünglich zusammen. Aber weil „Gattungen" als Plural verstanden werden mußte, ward dazu die Einzahl gesellt, die den Teil des Zusammen, die einzelne Gattung bezeichnete. Im Semitischen und nicht nur im Semitischen sind die verallgemeinert gebrauchten Fragewörter für: wer immer, (nianam usw.). was immer (nianam, minam usw.), wo immer (matilan, uijama, alimma), wie. immer usw. so als Plurale: die Männer (OTiÖ) die Geräte (S*»3Na) dieOrle (malati,alani, U"*t)die ArlcnitPPti) verstanden worden und zu ihnen Singulare entstanden für: Mann, Gerät, Ort, Art usw. Ks wird danach nicht befremden, daß etwa auch das gewöhnliche semitische Wort für Mensch, arabisch insänun, hehr, cnösch OPUS) neben dem Verbum „anisa" „gesellig sein" steht, nicht, wie man dachte, weil der Mensch danach benannt wurde, daß er ein geselliges Wesen sei — es steht keine bewußte Benennungstiitigke.it au den Anfängen der Sprache — sondern weil dies der Weg der Entwicklung war: Man sagte: wir beisammen und verstand: wir Menschen. Man erinnere sich nur deutscher Wörter wie Gesellen. Gesellen war früher Gesäle, gleichbedeutend mit Saal. Man sagte Gesäle und verstand die Leute darin, wie wir heute sagen die Kammer beschließt, statt: die Leute in der Kammer beschließen. Aber Gesäle, ebenso wie eine Entwicklung des Wortes camera war der Analogie der Pluralbedeutung verfallen, man verstand die Gesellen, die Kameraden und bildete Einzclwörter hierzu. Ähnlich sind auch collegae zu colligere sammeln „das Zusammen", die Genossen eigentlich das — gemeinsame — Genießen (= Mahl), dio Gefährten M