Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Das Berichtsjahr brachte unserer Hochschule schwere, schmerzliche Verluste. Drei der verdienstvollsten Mitglieder des Kuratoriums wurden ihr durch den Tod entrissen. Der letzte Jahresbericht war gerade verschickt, als am 29. Mai 1925 der Ehrenvorsitzende des Kuratorium, Geheimer Justizrat Professor Dr. Albert Mosse, seinen langen Leiden erlag. Seit seiner Übersiedlung nach Berlin, 1907, gehörte er dem Kuratorium an, seit 1911 war er stellvertretender Vorsitzender, 191/» übernahm er als Nachfolger unseres unvergesslichen Herman Veit-Simon den Vorsitz und behielt ihn auch dann bei, als sein schweres, quälendes Leiden ihn veranlaßt hatte, alle anderen Ehrenamter niederzulegen. 192$ zwangen ihn die zunehmenden Schmerzen, sich auch von diesem /Vinte zurückzuziehen; er blieb Mitglied des Kuratoriums und wurde in dankbarer Anerkennnung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt, wie ihn die Generalversammlung vom 3o. April 1917 zum Immerwährenden Ehrenmitgliede ernannt hatte. Albert Mosse war ein Mann von seltenem Fähigkeiten und ein weil über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannter Hechtsgolehrter. 18^6 als Sohn eines Arztes in Grätz geboren, machte er den Feldzug 1870/71 als Kriegsfreiwilliger mit, bestand 1873 die grosse juristische Staatsprüfung und wurde nach kurzer Zeit Amtsbezw. Landrichter in Berlin. Auf Empfehlung des berühmten Staatsrechtslehre» Rudolf von Gneist wurde er von der japanischen Regierung nach Tokio berufen, wo er bei den Vorarbeiten zur Verfassung und den Verbandlungen über die Revision der internationalen Verträge Japans, dann aber hauptsachlich auf dem Gebiete der inneren Verwaltung vier Jahre hindurch tätig war. Einem Teil der leitenden japanischen Staatsmänner hatte er bereits vorher in Berlin