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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1925-01-01 · 1925 · page 28

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1925
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273629--2075-2275872
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- 24 - weisen für alle Dinge, aber nur eine wissenschaftliche Methode,' die der kritischen Forschung. Das ist das Grosse an der Wissenschaft, dass sie sich Belbst überwindet, ihre eigenen Irrtümer aufdeckt, dass sie ewig neue Probleme erzeugt, in jeder Lösung neue Rätsel, mit jeder Antwort neue BYagen stellt. Schöpferische Wissenschaft gedeiht nur, wo ihr Freiheit und Unabhängigkeit gewährt ist, wo sie nicht an veralteten Positionen festzuhalten, sich nicht den täglich neu anstürmenden Tatsachen und Beobachtungen zu verschliessen hat. Wir können es den Männeru, denen das Geschick unserer Hochschule anvertraut war und ist, nicht genug danken, dass sie die Idee der Freiheit von Forschung und Lehre als Grundlage unseres Schaffens gewählt und erhalten haben. Sie gibt der Hochschule eine universale Bedeutung, gibt ihr die Fähigkeit, ein Bindeglied zwischen den Auseinandert>trebenden zu sein, ein allgemeiner geistiger Mittelpunkt, an dem die Probleme des Lebens und der Lehre, unberührt vom Streit des Tages, unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit, in der heiteren "Atmosphäre-der Wissenschaft ihre Behandlung finden. Noch leben wir in einer Welt des Hasses und der Zerstörung; was Gewalt verschuldet hat, wird der Geist gutmachen. Durch wissenschaftliche Arbeit in erster Reihe werden die' Gegensätze-innerhalb der Völker gemildert, werden Brücken von Volk zu Volk geschlagen werden. An dieser messianischen Aufgabe kann und soll unsere Hochschule, wenn sie das jüdische Geistesleben der Jahrtausende zur Darstellung bringt und es würdig fortsetzt, tätig teilnehmen. Eine gewaltige Spanne trennt uns noch von der Verwirklichung dieses Ideals, doch das Ziel ist seit den Anfängen unserer Alma mater klar erfasst. Es hat bisher stets an der Möglichkeit gefehlt, die umfassenden Pläne der Gründungszeit durchzuführen, aber dass die Hochschule, auf freiwillige Gaben gestützt, als Zeichen edlen Gemeinsinns, als, Hort der Denkfreiheit fünfzig Jahre wirken konnte, verleiht ihrem bescheidenen Dasein Bedeutung für das Allgemeine. Will sie sich selbst treu bleiben — und dafür erbitten wir den Beistand und die Huld des Höchsten — so muss sie ihr Ziel fest im Auge behalten! .Seine Verwirklichung sei Richtschnur für die Zukunft als unser Anteil am geistigen Aufbau der Welt! *

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