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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1919-01-01 · 1919 · page 31

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1919
Date
1919-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273619--1961-2275753
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— 31 — Ein Stück unserer Zukunft ist in denen, die uns entrissen wurden, uns versagt worden, und in innigerer Hoffnung noch wendet sich durum unser Blick zu denen, die uns wiedergegeben, zu Ihnen, meine lieben Kommilitonen. Wir halten einst gemeint, dass Sie zu anderen, helleren Tagen zurückkehren, würden. Jahre, welche Jahre Ihrer Jugend und Ihrer Arbeit hatten sein sollen, hat ein anderer .Dienst gefordert; wir werden Ihnen vieles jetzt gewähren" und einbringen müssen. Ein Teil der jüngeren Generation ist genommen; wir Aelteren, und auch die Alten, werden in dieser Zeit, -welche kommt, darum jung bleiben müssen. Wir alle empfinden, was Mir Ihnen 'schulden. Das Reste aber werden Sie selbst sich geben müssen. Ihnen gilt, heute doppelt, ein Wort, das Mommsen in seiner Rektoratsrede, im Beginne eiuer neuen Zeit, im Jahre 1Ö7-1, gesprochen hat; er hat dort eindringlich darauf hingewiesen, dass die Universitätsbildung einen „propädeutischen Charakter" hat. Sie kann und will inv-wesentlichen nur zur eigenen Arbeit anregen. Wenn für irgend einen Studierenden dies gesagt ist, so für den jüdischen Theologen. Ihm vor allem können die Wege nur gezeigt werden, die er dann sich selber bahnen muss: er kann nicht erzogen werden, wenn er sich nicht selber erzieht. Auf unserem Felde besonders müssen Lehrende und Lernende mit einander gehen. Wir müssen uns zusammenfinden zu den ernsten Aufgaben, die die neue Pflicht, welche Jahre ersetzen und einholen will, nun stellt. Das Gebot liegt vor Ihnen, vor uns; wir wollen es zusammen erfüllen. In diesem.Versprechen, in welchem wir einander die Hand reichen wollen, begrüsstSie in herzlicher Treue die Lehranstalt zu dieser Stunde. Eine Zukunft, die Ihre wie die unsere, erwartet Sie. Wir kehren zum Anfang zurück. Eine neue Zeit will beginnen, eine Zeit, die an den alten preussischen Idealismus wieder anknüpfen .will, in der weithin auch Ideen, die aus dem jüdischen Geiste geboren sind, sich durchsetzen wollen. Die Welt will anders werden. Eine eigene Aufgabe, wie eine Schicksalsfrage, steht in alle dem vor uns deutschen Juden. Das vergangene Jahrhundert war das der deutschen Juden; sie waren die Führenden in den geistigen Kämpfen, in denen der jüdische Gedanke seinen Ausgang und seinen Eingang suchte. Neue Probleme, neue Verheissungen stehen jetzt vor uns. Werden die deutscheu Juden auch ihnen ein Eigenes zu "geben vor-

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