Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1915
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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— 27 — sein starker, selbstloser Wille überwand alle Hindernisse, für uns war er nie uneri eichbar, mitten in der angestrengtesten Arbeit fand er Muße, in Ruhe und Freudigkeit unsere Angelegenheiten zu besprechen und zu erledigen. Und selbst, wenn er draußen weilte, in den kurzen Erholungspausen, die er sich gönnte, die Sorge um die Anstalt trug er mit sieh, er horte auch dort nicht auf, für ihr Bestes zu wirken und zu schallen. Jederzeit war er bereit, Anregungen entgegenzunehmen, die einen weiteren Ausbau der Anstalt und eine Vervollkommnung ihrer Organisation verbürgten. Von iiiin selbst ging eine starke Initiative aus, und was er für richtig und durchführbar erkannte, das setzte er rasch in die Tat um. Die gesamte Vorwaltung erfuhr eine Umwandlung; sie wurde auf eine breite Grundlage gestellt, keiner ihrer Zweige blieb ohno gründliche Bearbeitung. Er verstand es, gleh'hgesinnte Männer für das Kuratorium zu gewinnen, eine Erweiterung des Kuratoriums ermöglichte die Erhöhung der Arbeitsleistung. Die härteste Sorge hatte der Verwaltung stets die Beschaffung der notwendigen Mittel bereitet. Wir Juden sind stolz auf die eifrige Fliege, welche die Religionswissenschaft zu allen Zeiten in unserer Mitte gefunden, wir vergessen aber gar zu leicht, welch schwere Opfer sich diejenigen freiwillig auferlegt haben, denen das Gedeihen dieser Wissenschaft am Herzen lag; und auch heute noch ist unsere Wissenschalt ausschliesslich auf das Wohlwollen und die Opierfreudigkeit ihrer Eieunde angewiesen, auch heute noch erschafft sie nur selbst sich ihren Wert. Eine Wissenschaft wie die unsere, die ein so unendlich ausgedehntes Gebiet umfassr, deren Wurzeln bis ins graue Altertum zurückreichen und die dennoch auf Gegenwart und Zukunft einwirken soll, muß gewaltige Anstrengungen machen, um ihien Flatz in Ehren zu behaupten. Unsere Anstalt hat die schwierige Aufgabe auf sich genommen, die Wissenschaft des Judentums im weitesten Umfange in allen ihren Verzweigungen zu pflegen und zu lehren. Loch es fehlte ihr an den notwendigsten Mitteln, sie war eingezwängt und eingeengt von allen Seiten her, ihre Betätigung in die bescheidensten Grenzen gedrängt. Die Wissenschaft aber kennt kein Beharren, sie schreitet unaufhörlich fort, stellt ständig neue Aufgaben. Stehenbleiben hieß für unsere Hochschule, wie Simon richtig