Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1915
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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— 21 - Seine Sympathie für den Menschen, sein Wohlwollen, sein gütiges, gemütvolles Zutrauen bestärkte ihn in dieser Richtung seiner originellen administrativen Energie und Schaffenskraft. Dieser Einzelfall seiner "Wirksamkeit ist aber doch nur ein Beispiel von dem Geiste, in welchem er, wie ein heiliges Amt, den Vorsitz in unserm Kuratorium verwaltete. Als Bekenner des Judentums im Lichte unserer Zeit war er von der Einsicht durchdrungen, daß wir unsere Religion nur fortführen können, wenn wir ihr wissenschaftliches Fundament zu befestigen und zu erneuen verstehen. So ist es allezeit in unserer Geschichte geschehen, aber die heutige Zeit dringt mit Entschiedenheit auf diese Einsicht und den ihr entsprechenden praktischen Eifer. In unserer Religion, in unserm Glauben an die Idee des Einzigen Gottes und an die Reinheit der Menschenseele, ehren- und lieben wir zugleich das geistige, das wissenschaftliche Erbe unserer Vorfahren. Und wir bezeugen und betätigen diese Liebe durch die Mehrung und Vertiefung unserer Wissenschaft. Von dieser Einsicht, von dieser Liebe bis zur Aufopferung war unser Führer durchdrungen, und aus dieser seiner tiefen religiösen Gesinnung heraus hat er seines Amtes unter uns gewaltet, und alle Mühen und Sorgen mit frohem Selbstbewusstsein getragen, die mit solchem Amte verknüpft sind. So ist er der würdige Nachfolger unseres Salomon Neu mann geworden, der immer so gern den „Kchilla-Sinn" in diesem Sproß edler Ahnen, diesem Nachfolger seines Vaters in diesem Amte zu rühmen liebte. Der Sinn für die großo hiesige Gemeinde und die mit ihr zusammenhängenden Institutionen ist bei unserm Verewigten zu dem Hochsinn ausgewachsen für unsere gesamte religiöse Gemeinschaft und für die Sicherung ihres Fortbestandes und ihrer dem Geiste der Kultur gemässen fortschreitenden Entwicklung. So ist er nicht nur das unauslöschliche Vorbild für unser Kollegium, sondern nicht minder auch, innerhalb unserer Gemeinde und für alle Gemeinden unseres Glaubensbundes. Und so möge sein Vorbild in allen unseren Kreisen Nacheiferung erwecken, so daß sich Männer linden, welche den Geist unseres Freundes lebendig erhalten, indem sie mit ihren Berufspflichten, wie schwer sie sind, die Sorgen und die Mühewaltung für die Wissenschaft des Judentums in Liebe und Tatkraft ver-