Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1914
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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Hochverehrte Anwesende! Liebe Kommilitonen! Wir sind heut vereint, um die Antrittsvorlesung des Rabbiners Dr. Baeck zu hören, der auf den Lehrstuhl für Homiletik berufen worden ist. Mit einem nassen und mit einem trockenen Auge sind wir erschienen. Mit einem nassen, weil Herr Dr. Warschauer von uns scheidet, der in den Letzten drei Semestern diesen Lehrstuhl bekleidet hat; mit einem trockenen, weil wir einen Mann wie Herrn Dr. Baeck an seiner State in die Lehranstalt einziehen sehen. Der Lehrstuhl für Homiletik-ist für die Lehranstalt und für das gesamte Judentum von hervorragender Bedeutsamkeit. Wer ihn versieht, hat Prediger heranzubilden, die berufen sind. Gottes Wort in die Herzen der Hörer zu pflanzen, damit sie mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft in Treue festaalten an der Religion der Väter und sie im Leben durch ihren Wandel bewähren. Wer ihn versieht, legt den Samen nieder, der Blüte und Frucht treiben soll durch die religiöse Begeisterung, die der berufene Prediger aus demütigem Herzen auf die grosse Menge zu übertragen die Macht hat. Wir haben das Glück, hier heute drei Lehrer der Homiletik unter uns zu sehen: May bäum, Warschauer Baeck. Maybaum hat es verstanden, ein Geschlecht von Kabbinern heranzubilden, jlie seine Wege wandeln. Diese Wege sind eigenartig. Er verlangt eine strenge Grundlage der Disposition und eine sorgfältige Fassung des Satzes und der Gedanken, die in streng logischer Form entwickelt werden. Wie er sftUxat