Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1912
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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_ 92 — durch den Beweis der Fähigkeit, für das Land zu sterben. Während die schwertfähige jüdische Jugend in die ewige Nacht der ägyptischen Steinbrüche und der sardinischen Bergwerke untertauchte, schlug der römische Legionär die Brücke über den Jordan und trieb die von Schwert und Schild geschirmten Strassen der Kultur nach Süden und Osten in die Wüste hinein. Das Auge der Gerechten wurde von dem Anblicke nicht mehr befleckt. Das jüdische Volk hatte erst den Staat und dann das Land verloren — durch eigene Schuld. Weltpolitische Spannungen hatten die Wurzel des jüdischen Staates, als sie noch unter dem Boden lag, erfasst und in die Höhe getrieben. Weltpolitische Spannungen hatten dem Staate im Gefiige eines geographisch gebundenen Staatensystems die Richtlinien der Entwickelung gegeben. Sie haben ihn nicht vernichtet; aber sie verlangten ihr Recht. — Und die unschuldig schuldigen Söhne des Volkes blickten, der Scholle beraubt, auf der sie stehen konnten, nach wie vor in die ewigen Sterne und verstanden nicht, was ihnen geschehen, noch, was sie getan. Aber der Boden, auf dem ihnen solches geschehen, blieb ihnen das; als was er dann durch die Jahrhunderte die starken Wurzeln unserer Sehnsucht getränkt hat: heiliges Land.