Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1912-01-01 · 1912 · page 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1912
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2273546-2273605--1682-2275467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Hochgeehrte Versammlung; der hundertste Geburtstag Ludwig Philippsons am 28. Dezember v. J. wurde nicht nur im engen Kreise seiner Angehörigen, nicht nur in der Gemeinde, in der eine dreissigj ährige segensreiche Amtsführung ihm ein dauerndes Andenken gesichert hat, festlich begangen, weit darüber hinaus war dieser Tag für viele Gemeinden in unserem Vaterlande, ja auf dem ganzen Erdenrunde ein Festtag erhebender und feierlicher Erinnerung. Es wurde in Dankbarkeit und Verehrung der Verdienste gedacht, die Ludwig Philippson als Mann des Wortes und der Tat in einer mehr als fünfzigjährigen öffentlichen Wirksamkeit um die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft sich erworben. Es lebte wieder auf das Bild des edlen, hilfreichen Menschen mit der sonnigen, lebensfreudigen Weltanschauung, dessen Schriften den Bedrängten Hilfe, den Mutlosen Aufrichtung gebracht. Es erwachte die Erinnerung an die alten Kämpfe, in denen er mutig und wacker die Fahne vorangetragen, um das Hecht und die Ehre seiner Gemeinschaft zu verfechten. Wir hörten wieder seine Stimme, wie sie glaubenstreu und begeistert die ewigen Wahrheiten der Religion kündete, das Judentum auf seinen die Menschheit verbindenden messianischen Beruf verwies. Wir sahen ihn wieder, den Schöpfer der jüdischen Publizistik, der zuerst die Zerstreuten zusammengeschlossen, die Kräfte geeint, den Gemeinsinn geweckt, zu monumentalen Taten angeregt hat. Wo wir hinblicken in das Leben und Weben der Juden der Gegenwart, finden wir die Spuren von Ludwig Philippsons Wirken, denn er hat wie kein zweiter alle Fragen des jüdischen Lebens mit strengem Ernst erfasst und mit starker Hand gefördert.1) *) Ueber Ludw. Phil. Leben und Wirken vgl. die eingehende Biographie von M. Kayseriing, Leipzig 1898. Vgl. auch Elbogen I, Ludwig Philippson in den Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, 1912.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.