Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2273546-2273603--1565-2275349- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 15 — ohne Fehlbetrag abschliesst, so ist es vor allem darauf zurückzuführen, dass das Lehramt für Religionphilosophie, dessen Besetzung ein dringendes Erfordernis bleibt, auch im Berichtsjahre noch unbesetzt bleiben musste. Auch eine Reihe anderer Disziplinen ist noch nnvertreten. Hier müssen wir Wandel schaffen. Ueber die Zwecke der Rabbiner- und Lehrerausbildung hinaus bleibt für uns das Hauptziel, „die Erhaltung, Fortentwicklung und Verbreitung der Wissenschaft des Judentums." Wir müssen die fehlende Jüdisch-Theologische Fakultät ersetzen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass in der raschen Entwicklung der modernen Wissenschaften die Wissenschaft des Judentums nicht hinter den anderen Wissenschaften zurückbleibt. Wir müssen für unsere Wissenschaft die allen Anforderungen des modernen wissenschaftlichen Betriebes entsprechende innere Organisation schaffen. Das bedeutet nichts Geringes. Eine einzige christlich-theologische Fakultät Deutschlands besitzt die doppelte und dreifache Zahl der an unserer Anstalt wirkenden Lehrer. Die durch sie vertretene Wissenschaft findet an der organisierten Hilfe der Akademien reiche Unterstützung. Wohl dürfen wir die Hoffnung hegen, dass das Verständnis für diese unsere Aufgaben innerhalb unserer Gemeinschaft wächst und wir können auch in diesem Berichte wiederum darauf hinweisen, dass eine Zahl weiterer Gemeinden uns wieder ihre Unterstützung hat angedeihen lassen. Noch immer aber ist die Zahl der Gemeinden, die ausserhalb dieser Reihe stehen, gross. Daneben sind es noch eine ganze Zahl anderer Organisationen, deren Hilfe wir noch finden müssen, so die Logen, Geschichtsvereine und andere. Wir hoffen, dass die Tätigkeit unserer Freunde ausserhalb Berlins uns auch in dieser Beziehung fördern wird. Im Jahre 1910 traten 186 neue Mitglieder bei. Wir verdanken auch in diesem Jahre die Hebung der Zahl unserer Mitglieder unserer Propagandakommission und in erster Reihe unserm Rendanten Herrn Max Weiss, der jetzt zehn Jahre seines Amtes in dankenswerter Weise waltet, und unserm Mitgliede Herrn Moritz Wolf söhn. Der Appell an unsere ehemaligen Hörer ist nicht wirkungslos verhallt. Eine grössere Zahl von ihnen sind Mitglieder