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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1911-01-01 · 1911 · page 7

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1911
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273603--1557-2275341
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— 7 — Unserm verehrten Moritz Manheimer und allen denen, die dessen Rufe gefolgt sind, unsern herzlichen Dank! Wir richten an unsere Freunde, die wir persönlich um die Förderung der neuen Gründung gebeten haben, auch an dieser Stelle die Bitte, mit aller Kraft für die Stiftung zu werben. Mit dem Schluss des Winter-Semesters ist Herr Rabbiner Lehrerkollegium Professor Dr. May bäum, das älteste Mitglied unseres Lehrerkollegiums, auf seinen Antrag von der Lehrtätigkeit an unserer Lehranstalt entbunden worden. Mit schmerzlichem Bedauern hat das Kuratorium dem Antrage stattgeben müssen. Seit dem Beginne des Sommer-Semesters 1888 hat Maybaum als Nachfolger von Frankl das Lehramt für Homiletik und Midrasch inne. Seit diesen 23 Jahren war er mit der Lehranstalt verwachsen; sein Herz, sein Verstand, seine Kunst waren der Lehranstalt geweiht. Das Ansehen, das er als Kanzelredner genoss, und seine Fähigkeit, durch theoretische und praktische Unterweisung seiner Hörer seine Kunst erfolgreich zu lehren, waren für unsere Anstalt von hoher Bedeutung und trugen wesentlich dazu bei, den von uns ausgebildeten Hörern den Zugang zu den Gemeinden zu eröffnen. Vielen der heute in Deutschland und im fernen, ja fernsten Auslande amtierenden Rabbiner ist er nicht nur Lehrer in der Wissenschaft und in der praktischen Predigtkunst, sondern auch ein väterlicher Freund und Helfer gewesen. Aber auch das äussere Ergehen unserer Anstalt ist von seiner Fürsorge begleitet worden. Es ist nicht zum wenigsten seiner Mitwirkung zu danken, wenn unsere Anstalt von den Räumen im Hinterhaus des Brüdervereins, Unter den Linden 4 a, wo der Neuberufene seine Tätigkeit begann, auf dem Wege über die Mietsräume der Synagoge Lindenstrasse in ein eigenes Heim einziehen konnte. Sein Name ist mit unserer Anstalt auch dauernd durch den an ihr errichteten S. Maybaum-Fonds für Preisarbeiten über Fragen der praktischen Theologie oder ihrer Geschichte verknüpft. Zu unserer Genugtuung wird uns Maybaums Rat und Tätigkeit dadurch erhalten, dass er Mitglied des Lehrerkollegiums bleibt. Seine Lehrtätigkeit hat ein Schüler des Scheidenden, der Rabbiner der Berliner Gemeinde, Herr Dr. Malwin Warschauer, bis auf weiteres übernommen.

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