Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2273546-2273603--1556-2275340- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 6 — sowie andere Ehrengäste teil. Die Festreden hielten Rabbiner Professor Dr. Klein aus Stockholm, ein Schüler Abraham Geigers, sowie das Mitglied unseres Lehrerkollegiums Herr Dr. Elbogen. Die warmen und begeisternden Worte, die wir aus dem Munde der Redner vernehmen durften, haben in den Teilnehmern einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Sie waren eine Quelle reicher Belehrung und Anregung. Die Freundlichkeit der beiden Redner, denen wir auch an dieser Stelle nochmals unsern herzlichsten Dank aussprechen, ermöglicht es uns, die beiden Reden unserm diesjährigen Berichte als wertvolle Beigabe anzufügen. Zur Gedächtnisfeier sind uns eine Anzahl warmherziger Sympathiekundgebungen aus dem Kreise der jüdischen Gelehrten sowie von anderen Freunden übermittelt worden. Mehrere grössere Zuwendungen wurden der Anstalt aus Anläse dieses Tages zu teil, insbesondere auch von Abraham Geigers Söhnen. :" Im Berichtsjahre wurden die ersten Schritte zur Gründung einer Moses-Mendelssohn-Stiftung an unserer Anstalt unternommen. Die Mittel der Stiftung sollen zur Begründung einer Moses Mendelssohn'Professur dienen, deren Inhaber neben der Erforschung von Mendelssohns gesamter Wirksamkeit die Religionsphilosophie und Ethik des Judentums im Zusammenhange mit der systematischen Philosophie und ihrer Geschichte klarstellen und den Einfluss aufdecken soll, den die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters auf die Philosophie des Abendlandes und auf die Kultur der Menschheit ausgeübt hat. Die Initative für die Errichtung der Stiftung geht von Moritz Manheimer aus. Seiner rührigen Energie verdankt Berlin das Denkmal Moses Mendelssohns in der Grossen Hamburger Strasse; aber ein noch wichtigeres Denkmal wollte er ins Leben rufen durch eine Stiftung, die den Geist Moses Mendelssohns fortzupflanzen bestimmt ist. Mit unermüdlichem Eifer hat er die ersten Schritte zur Errichtung der Stiftung unternommen und ein besonderes Komitee begründet, dem unser Kuratorium und Lehrerkollegium korporativ beitraten. Er hat dafür Sorge getragen, dass der Ueberschuss des Denkmalfonds der neuen Stiftung zufliesst und sich mit einem namhaften Beitrage an die Spitze der Sammlungen gestellt. Der Aufruf gelangt jetzt zur Versendung, ein Abdruck ist diesem Bericht beigefügt.