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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1910-01-01 · 1910 · page 40

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273601--1516-2275299
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Die inneren Beziehungen der Kantischen Philosophie zum Judentum betreffen das sachliche Verhältnis, welches zwischen der Ethik im Kantischen System und den Grundgedanken des Judentums sich erkennen und nachweisen lässt, obschon diese Uebereinstimmung von Kant selbst weder beabsichtigt, noch eingesehen worden ist. Es ist ein innerer logischer Zusammenhang von Grundgedanken, den wir hier betrachten wollen, ohne auf die Frage der literarischen Vermittelung dabei näher einzugehen. Wie sich die Bibel des alten Bundes in Kants Kopfe spiegelt, wäre an sich freilich eine sehr interessante Aufgabe der Betrachtung. Aber sie müsste eigentlich doch der Literaturgeschichte zufallen; für die sachliche philosophische Würdigung seiner Ethik könnte sie nur als Beiwerk, nicht als Quelle dienen. Die Literaturgeschichte lässt sich ja wohl in der Art von der Geschichte der Philosophie, wie von der der Wissenschaften unterscheiden, dass für sie alle Aeusserungen von Belang sind, welche von irgend einem Arbeiter, geschweige von einem Schöpfer im weiten Gebiete des Geistes herrühren. Die Geschichte der einzelnen Wissenschaften hingegen hat nur die wissenschaftliche Leistung als solche zu berücksichtigen. So wird Newton's Schrift über die Offenbarung Johannis schwerlich zur Geschichte der neutestamentlichen Bibel Wissenschaft gerechnet werden; denn hierin war Newton nicht Fachmann. Ebensowenig ist Kant Sachverständiger in Fragen der Religion und Wissenschaft des Judentums. Er kennt zwar einiges vom Alten Testament in Luthers Uebersetzung, aber sonst weiss er nichts vom Judentum als was er teils aus Spinoza's Tractatus theologicop'oliticus, teils aus Mendelssohn's Jerusalem darüber erfährt. Und gerade von diesen Quellen aus wird sein Urteil lehrreich, wenngleich durchaus nicht als ein sachverständiges. Was zuerst nämlich Spinoza betrifft, so war er in seiner Bibelkritik von seinem politischen Grundgedanken geleitet, die Philosophie vom Staate unabhängig zu machen. Die Eeligion 4

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