Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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1. Rede des Rabbiners Dr. M. Warschauer. ivnpn TiDO^a '•ifsa w erbsh i« Zu Gott sei stille, meine Seele; denn von ihm kommt meine Hoffnung. Ja, Er ist. Feis¬ und Hilfe mir, meine Burg, ich kann nicht wanken. :vraw» vmb tAtwi nn«-^ non w-fy Und bei Dir, o Gott, ist die Liebe, die dem Sterblichen lohnet nach seinen Taten! Amen! Andächtige Trauerversammlung! Meine werten Leidtragenden! Die Worte des frommen Sängers, die wir soeben vernommen haben, mögen der Stimmung Ausdruck verleihen, die uns erfüllen soll an dieser Bahre. So schmerzlich auch immer der Heimgang dieser edelen Greisin empfunden werden mag von ihren Kindern, Enkelkindern und Anverwandten, denen mit ihr die Sonne der reinsten, selbstlosesten Liebe entschwindet, wie nicht minder von uns allen, die wir in ihr die hochherzigste Förderin mannigfacher wohltätiger und vor allem bedeutsamer jüdisch-kultureller Bestrebungen verlieren: "tfßj rr-on flvAtrte *]« unsere Seele ist geruhig, wehmütig-still in Gott, in dem Bewusstsein, dass er auch ihr Fels und Hort und Burg gewesen ist, ihr ein Menschenleben vergönnt hat, voll an Jahren und voll an Werken, die es zu einem für und für gesegneten und glücklichen machten, deren ewigen Lohn aber nun seine Liebe ihr bereitet in seinem ewigen Reiche. So drängt die Fülle des Segens, die von ihrem Leben auf uns ausgeströmt ist, sich uns vor die Seele in dieser Stunde und lässt unserer Trauer, für Augenblicke sie übertönend, sie zu stiller Wehmut dämpfend, den starken Ton unserer tiefen, heissen Dankbarkeit sich vermählen. Ja, Dankbarkeit, sie