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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1908-01-01 · 1908 · page 68

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1908
Date
1908-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273597--1388-2275169
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- 66 - gelehrtes Wissen in dem schlichten, unscheinbaren, bescheidenen Manne. Wenn wir unter Weisheit aber vor allem die Verbindung geistiger Qualitäten mit sittlichen, die Vereinigung von Kraft des Geistes und Güte des Herzens verstehen,. so dürfen wir erst recht von ihm sagen: rron Dfe nw daß Weisheit in ihm wohnte. Er besaß ein Herz ohne jeden Arg, er konnte niemandem Leides tun und war von niemandem Leides gewärtig, er war von der Herzensgüte und Herzenseinfalt eines Kindes. Diese Seite seines Wesens mag sich ja wohl vor allem und am intensivsten seinen Familienangehörigen erschlossen haben: hing er doch mit der innigsten Liebe an seinen trefflichen Eltern, deren Haus mit dem Glücke seiner. Kindheit Gegenstand dankbarer, treuer Erinnerung bei ihm war bis in seine letzten Tage; war er doch allezeit mit den Banden inniger Liebe mit den Geschwistern verknüpft, trotzdem man in alle Winde zerstreut war, und hat doch besonders seine hier weilende Schwester mit den Ihrigen den Verlust seiner treuen, ihnen täglich zugewandten Liebe und Fürsorge zu beklagen. Aber nicht ihnen allein gehörte sein Herz, sondern in lebendiger Teilnahme und liebender Hingebung schlug es für alle, die seine Freunde sich nennen durften. Und dazu rechne ich vor allem unsere Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, ihre Kuratoren, Lehrer und Jünger. Dieser Anstalt, ihren Zielen, den mit ihr verknüpften Personen hat er seit 7 Jahren eine so hingebende Begeisterung,^ Liebe, Freundschaft gewidmet, sie in so mannigfacher Weise gefördert, daß er sich hier ein unauslöschliches, dankbares Andenken gesichert hätte, auch wenn seine hochherzige Fürsorge für die Zukunft der Anstalt ihm ein solches nicht geschaffen haben würde. Was er für den Ausbau ihres Bibliothekwesens und ihrer Lehrverfassung geleistet hat, die rührende Liebe und Sorgfalt, womit er wie seit Jahren auch noch in diesem Winter die der Mehrung des Stipendienfonds dienenden Montagsvorlesungen organisierte, dies alles sichert ihm in den Annalen der Anstalt und den Herzen aller ihr Zugehörigen ein treues, dankbares Gedenken. Daß ein solches ihm bleibt bei allen, die ihn kannten^ daß sein Name jn Ehren fortlebt überall, wohin er selbst ihn getragen durch sein Wirken — das aber soll der Trost sein, der

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