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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1908-01-01 · 1908 · page 61

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1908
Date
1908-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
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— 58 — Menschen; ein Denkmal soll es sein für Israels Treue, aber auch für den stillen selbstlosen Sinn, der in Ihnen, geehrte Herren Kuratoren, gelebt hat, daß Sie nicht ruhten, bis das schöne Werk errichtet worden zur Ehre Gottes! Ein Denkmal der idealen Gesinnung in Israel und ein Mahner soll dies Haus sein, ein Mahner an all jene, die zu Israels Gemeinschaft gehören, eingedenk zu bleiben, daß ein heilig Erbe uns ist geworden, ein Erbe, mit dem gegeben ist das Licht, das uns leuchtet, die Kraft, die uns trägt, die Daseinsberechtigung für unser Sein in der Geschichte! Ein Denkmal und ein Mahner soll dies Haus sein für uns alle, die wir Israels Gemeinschaft angehören, zu pflegen diesen Gottesgeist, der in Israel gelebt hat — „alle deine Kinder Lehrlinge Gottes, groß ist das Heil deiner Kinder." Und ein Denkmal und ein Mahner soll das Haus bleiben für uns, die wir einst in den Räumen der Lehranstalt lauschten den Worten unserer Lehrer, wie für jene, die heute Hörer sind und die als Hörer kommen werden, daß niemals vergessen werden darl, was wir der Anstalt und unseren Lehrern schulden: Dankbarkeit! Sie ist das Kennzeichen höheren Odems im Menschen; bewähren sollen wir das Wort, das der alte Geist im Judentum geprägt hat: „die Ehrfurcht vor Deinem Lehrer, sie sei gleich der Ehrfurcht vor dem. Himmel!" Ein kleines Scherflein haben gesammelt die ehemaligen Hörer der Lehranstalt, einen kleinen Beitrag, der zum Schmucke dieser Räume Verwendung finden soll. Das soll ein Zeugnis sein des Geistes, der uns erfüllt, des Geistes, der niemals schwinden soll aus den Hörern, die hier vernommen das Wort des Lebens und des Glaubens! Ein hehrer Festtag ist heute für die Anstalt! Wenn Israel Feste feiert, dann erwacht das Wort aus alten Zeiten, das der ^Psalmist gesprochen, in unseren Seelen: „Diesen Tag hat Gott gemacht, drum wollen wir jubeln und freudig sein'1! Ja, Gott hat diesen Tag gemacht, darum wollen wir Gott danken und ihm jubeln. Und dieses höchste Wissen von dem Glauben an Gott soll eine Pflegestätte finden in diesen Räumen, die geweiht sein mögen dem Glauben und dem Wissen! Und an diesen Wunsch schließe sich das Gebet, das an das erstere Wort sich reiht: „ach Gott, hilf; ach Gott, laß es gelingen! Hilf, o .Gott,. dem Reste Israels, daß nicht weiche Dein. Wort» nicht

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