Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1908
- Date
- 1908-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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- 52' — und darum auch diese Anstalt, die zur tieferen Erforschung Ihrer Religion und zur Heranbildung: tüchtiger Religionsdiener bestimmt ist, vollen Heifall und volle Anerkennung findet. Die Wissenschaft, ob sie gleich nach des Dichters Wort dem Leben ihre Kraft verdankt und aus dem Leben ihr eigenes Leben nimmt, schafft doch auch erst des Lebens wahren Wert. Und da/Ai rechne ich neben dem höchsten Ziele, uns an die Grenzen menschlicher Erkenntnis zu führen, vor allem auch, daß wissenschaftliches Forschen auf allen Gebieten, wenn es selbstlos und in sachlicher Hingabe getrieben wird, unseren Blick weitet, uns die Auffassungen anderer verstehen läßt und so echte Duldung fördert. Möchte sich dies auch an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums fürder bewähren! Ich wünsche ihr zu ihrem Fortschreiten im neuen Heim von Herzen Glück und Gottes Segen. (Lebhafter Beifall.) Justizrat Dr. Eduard Lachmann (Vertreter der jüdischen Gemeinde zu Berlin): Es ist mir eine angenehme Pflichterfüllung, Ihnen namens der hiesigen jüdischen Gemeinde herzlich Glück zu wünschen zur Weihe des eigenen Hauses. Bedeutet doch der heutige Tag einen bedeutsamen Schritt auf der Bahn zu jener Unabhängigkeit, die einer der Mitbegründer dieses Instituts als die Grundbedingung für die Wissenschaft des Judentums hingestellt hat, jener materiellen Unabhängigkeit, die zugleich die Gewähr für die wissenschaftliche Selbständigkeit ist. Blicken wir, zurück auf die Wegstrecke, die Sie zurückgelegt und auf der wir Sie mit unserem Herzen gern begleitet haben, so sehen wir gar mannigfache Beziehungen zwischen Hochschule und Gemeinde sich herausbilden, äußerliche und innerliche, gewissermaßen dem Charakter jener beiden Männer entsprechend, die zur Zeit der Errichtung dieser Anstalt der Repräsentantenversammlung unserer Gemeinde ihr Gepräge aufdrückten: Mako wer und Lazarus. Beide, so grundverschieden in ihrer Art und in ihrem Charakter, aber gleich in ihrer glühenden Begeisterung für das Judentum und seine Wissenschaft, für unsere Gemeinde wie für die neugegründete Lehrstätte, kennzeichnen durch ihre Eigenart zugleich die verschiedenen Wege, auf denen die jüdische Gemeinde der Hoch- V