Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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luibon recht: denn diese Wissenschaft ist unser Stolz und unsere Ehre. Sio enthüllt uns dio wunderbare Entwicklung unserer Religion, die zu immer höheren Stufen der Gottesverehrung aufgestiegen ist; sie zeigt der Weit die beispiellose Hingebung, mit der Israel den göttlichen Auftrag an die Völker übernommen "und vollführt hat, und sie rechtfertigt die Ueberzcugung, dass unsere Gemeinschaft auch noch für die Zukunft zur Ileilswirkung an der Menschheit berufen ist. Aber dio Wissenschaft des Judentums verdient auch noch darum die eifrigste Förderung, weil sie in der Religion die Quelle aller Sittlichkeit aufzeigt. Wo sie dio Anpflanzung unserer Nächstenliebe befruchtet, da erblühen erst recht die Werke der Wohltätigkeit; wo sie aber verschüttet, wird, da welken alsbald auch die Saat keime der Menschenliebe. Der Aberglaube nimmt überhand und überwuchert den Raum des Lebens, so dass er abstirbt und verdorrt und in geistloser Werkheiligkeit untergehl. Ist somit der Ausspruch unserer Weisen von der hohen Rcdeutung unserer Religionswissenschaft vollkommen gerechtfertigt, so hat er für uns noch einen anderen verheissungsvollen Sinn. Wir glauben nämlich, dass keinerlei Schöpfung der Wohltätigkeit den Namen ihres Stifters vor der endlichen Vergessenheit zu schützen vermag; nur wer sein Andenkon mit der Fördnrung der Wissenschaft verknüpft hat, lebt unvergessen für dio Dauer der Zeiten. Unsere ältesten Wohltat igkoitsanstalten reichen nur wenige Jahrhunderte in dio Vergangenheit zurück, und doch hat es gewiss schon früher Philanthropen gegeben, dio sich der leidenden Menschheit angenommen haben. Grosso Häuser wurden von ihnen erbaut und reiche Stiftungen begründet, aber sie sind in den grossen Umwälzungen, die über Israel hereingebrochen, untergegangen, und mit ihnen ist auch das Andenken an die Wohltäter spurlos verschwunden. Anders dio Wissenschaft und ihro Förderer, ihr Rund ist für dio Ewigkeit gegründet. Mag dereinst auch unsere Lehranstalt zu Grunde gehen: Was sie während der Dauer ihres Restandes geschalten, die geistige Arbeit, die sie zu Stande gebracht, die Männer, dio sie gebildet und ausgesandt, die wissenschaftlichen Werke, zu denen sie die Anregung gegeben — das alles ist unvergänglich, und die dankbare jüdische Geschichte trägtdie Namen derjenigen, die sie