Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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reicherung des Weltbilds, .so wird nicht blos der Gottesdienst immer reiner und edler, sondern auch die sittlichen Aufgaben und Ziele gewinnen an (irösse und Erhabenheit. Darum konnte «las Streben unserer früheren Ikdigionsphiiosophen, die Religion des Judentums mit der veränderten Lebens- und Weltanschauung ihrer Zeit in Ueberein.-timmung zu bringen, von Erfolg begleitet sein: und darum dürfen wir hoffen, dass es auch dem künftigen Inhaber des Louis Simonschen Lehrstuhles gelingen wird den Nachweis zu führen, dass auch das Judentum der Gegenwart den idealen Anschauungen und Bestrebungen seiner Bekenner im Glauben und Leben vollkommen gerecht wird. Der Tag unserer Gedenkfeier ist der Hochzeitstag unserer Siil'terin. Mit tiefer Wehmut denkt sie heute an den teuren. Gatten, der sie in zärtlicher Liebe umhegt hat, an den guten Vater, der für die Kinder unablässig gesorgt und gearbeitet, an den grossen Kaufmann, dessen Namen mit hoher Anerkennung genannt, wird, an den edlen Mensehen, der hilfreich und gut, gar vielen zum Segen gelebt und gewirkt hat. Aber ihre Wehmut wird heute gemildert durch den Anblick, der sich ihrem Auge hier darbietet. Ja, wir allesamt, Kuratoren. Lehrer und Hörer unserer Lehranstalr, wir erklären es ihr freimütig, dass wir den heutigen Tag als einen Festtag feiern, wie er vormals ein Festtag gewesen für die Gatten und die Kinder, die ihrem Herzensbunde entsprossen sind. Denn in Kraft jener Liebe, von der die Schrift sagt, dass sie den Tod und die Verwesung überwindet, ist aus dem. Grabe Louis Simons ein Segen für unsere Lehranstalt erblüht, in dem Denkmale nämlich, das ihm die Gattin errichtet hat, und das nicht blos seinen Namen zu einem gefeierten nmohea wird für die Dauer der Zeiten, sondern auch von der treueu Liebe "der Gattin künden wird den kommenden Geschlechtern. Da3 Denkmal konnte nicht edler erdacht und nicht dauerkräftiger begründet werden. Unsere Weisen sagen: „ck tas nun "notai dio Pflege-der Religionswissenschaft ist die heiligste Pflicht- Unter allen Schöpfungen der Kultur und der barmherzigen Liebe ragt nach ihrer Auffassung die Stiftung ganz besonders horvor, die der Förderung der Religionswissenschaft zugute kommt. Und sie