Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Vcrsucho zu linden sind.1) Und nicht nur Spuren, sondern wahrhaft Grundlegendes und Bedeutsames, bis auf den heutigen Tag Mustergültiges, aber noch immer nicht genügend Gewürdigtes und richtig Benutztes linden wir in den Werken Saadjas, lbn Ganachs, Ihn Kuraisch' und Ihn Baruns. Ganz besonders Bedeutsames und Hervorragendes auf diesem Gebiete verdanken wir aber den Bemühungen der abendländischen Gelehrten und Sprachforschern späterer Epochen. Ich erinnere an die grossen Verdienste der holländischen und der halleschen Schulen, an die hervorragenden ') Trakt. Mcgilla Iba unten und Roseh-hasehana 26b: „DieGelehrten wussten nicht den Sinn des Wortes *pn» Ts. 65,23. Da ei zählte Rabba bar bar Chana (besonders wegen seiner -Reiseabenteuer berühmt) folgendes: Eines Tages reiste ich mit einem Taiten (Araber) zusammen und trug eine schwere Last. Der Araber sprach zu mir: „nimm deine Last ab, und lade sie .meinem Kamel auf" und gebrauchte dabei das Wort ten* für Last". Daraus schlössen die Gelehrten, dass auch jenes 2n» Ps. 5f>, 23 nichts anderes als „Last" bedeuten könne. Als die Gelehrten einmal gehört haben wie die Dienstmagd des rabbi Jehuda zu einer andern sagte: „nimm einen Bcseu und fege das Zimmer aus" und für Besen das Wort wvsxa gebrauchte, stellten die Gelehrten fest, dass xsxsa Jes. 14,23 ebenfalls als „Besen" gedeutet weiden müsse". — Sprachvergleichungen dieser Art kommen in beiden Talmuden und im Midniseh einigemal vor. Als ein genauer Kenner der„: arab. Sprache und der beduinischen Sitten wird ein rabbi Levi bezeichnet.- Er lebte Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. und war ein jüngerer Zeitgenosse, bezw. Schüler des rabbi Jochanan (vgl. Trakt. Aboda zara 39 a Z. 39 und Jerus. Talm. ed. Krotoschin, Trakt. Sukka 3S, 27 tt'.). Von ihm wird öfter erzählt, dass er hebräisch-arabische Sprachvergleichungen angestellt hat, um schwierige Wörter der Bibel zu erklären. Ich will hier nur ein Beispiel anführen, um zu zeigen, wie wichtig diese Sprachvergleichungen auch für die Kenntnis der damals gesprochenen Dialekte sind. Zu cn^'i? Iii. 21,11 bemerkte rabbi Levi (Midrasch rabba Gen. Kap. 36): xpu^ prox tt»2"i'2 xSny im Arabischen (oder in Arabien) nennt man ein Kind, bezw. einen Jüngling Dies findet nun eine Bestätigung in den arabischen Dialekten von Marokko, wo noch heute ein Kind bzw. junger Mann Jt*&und ^Umgenannt wird (vgl. Lüderitz, marokk. Sprichwörter No. 44 und 62 in den Mitteilungen des orientalischen Seminars 1899, westasiatische Studien. Zu an* vgl. ZDMG. 67,417. Mit Recht bezweifelt Nöldeke die aramäische Herkunft «\. o * des Wortes 2n» und erinnert an arab. Ä^l» Ausrüstung". Vgl. ferner Midrasch. rabba Gen. Kap. 79, wo dieselbe Geschichte von rabbi Chija erzählt wird. Zu Kt:tta vgl. ZA W. 21,192. Nach Fraenkel soll k&iq auch in Ben Sira 10; 15 vorliegen.