Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Vorwort. Siebenhundert Jahre sind vergangen, seit Mose ben Maimon zum Todesschlaf die Augen schloss. der grosse Lehrer, der mit seiner Weisheit noch heute die Augen Israels erleuchtet. Voll Bewunderung blicken wir empor zu der überragenden Grösse des herrlichen Mannes, den wir mit Stolz den unsern nennen. Sein umfassender Geist hatte wohl das ganze Wissen seiner Zeit in sich aufgenommen, in souveräner Weise beherrschte er alle bereits erschlossenen Gebiete menschlichen Denkens und Forschens, auf allen hat seine erstaunliche Arbeitskraft Bedeutendes hervorgebracht: am meisten aber hat ihm die Wissenschaft des Judentums zu danken, die er durch unsterbliche Werke bereichert und gefördert hat. Ihr gehörte die glühende Liebe des Jünglings, ihr die begeisterte Verehrung des Greises, ihr die volle Hingabe seines gesegneten Lebens. Darum wurde sein Todestag in diesem Jahre von den Juden aller Länder gefeiert. Ueberall versammelten sich die Freunde unserer Wissenschaft, um deinem Andenken, du Gottbegnadeter, zu huldigen, denn ein Fürst des Herrn warst du in unserer Mitte. Als ein geringer Tribut dankbarer Verehrung mögen auch die Blätter freundlich aufgenommen werden, die dem Berichte unserer Anstalt diesmal vorangehen. Die wissenschaftliche Beilage sollte in diesem Jahre gemäss dem Beschlüsse des Lehrerkollegiums eine Gabe bringen, die aus Maimunis fruchtbarer Feder geflossen. Die Wahl fiel auf seinen Kommentar zum Mischna-Traktat Abot, und da ich das erste Kapitel desselben