Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 22.1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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Zum ersten Male berichten wir in diesem Jahre über die Moritz Lazarus-Stiftung, weil dieselbe erst von jetzt ab — nach dem Hinscheiden ihres Namensträgers — ihre Wirksamkeit beginnen wird. Die Ehrengabe, welche dem Professor Lazarus zu seinem 70. Geburtstage mit der ausdrücklichen Bestimmung dargeboten worden war, dass dieselbe nach dem Dahinscheiden des Jubilars wissenschaftlichen Zwecken gewidmet sein soll, ist von dem Verwaltungs-Comite des Lazarusfonds der Lehranstalt zur Begründung einer Moritz Lazarus-Stiftung überwiesen worden. An der von dem Verwaltungs-Comite des Lazarusfonds eingeleiteten Begründung der Stiftung war der Jubilar betheiligt und hat insbesondere persönlich den wissenschaftlichen Zweck derselben dahin bestimmt, dass zwei Drittel des Zinsertrages verwendet werden sollen für Vorlesungen an der Lehranstalt, welche sich auf die Religionslehre, auf die Religionsphilosophie und auf die Ethik des Judenthums beziehen. Ein Drittel des Zinsertrages soll verwendet werden für Preisaufgaben an der Lehranstalt aus den 3 genannten Wissenschaftsgebieten des Judenthums. Das Vermögen der Moritz Lazarus-Stiftung beträgt zur Zeit 24200 Mk.; dieselbe hat unter dem 15. December 1899 die landesherrliche Genehmigung erhalten. Gern und mit aufrichtiger Dankbarkeit berichten wir von den Beweisen wachsender Theilnahme, die unsere Lehranstalt im verflossenen Jahre von hochherziger und verständnissvoller Liberalität erfahren hat. 1) Frau Justizrath Anna Apolant hat eine Samuel und Eugen Apolant Stiftung mit einem Capital von 15000 Mk. errichtet: Der Zinsertrag des Capitals ist zur Hälfte für unsere Anstalt bestimmt und soll verwendet werden zur Pensionirung unserer Lehrer, eventuell zur Unterstützung ihrer Hinterbliebenen. Die andere Hälfte des Zinsertrags ist der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judenthums überwiesen. Die Landesherrliche Genehmigung ist unter dem 2. März 1904 erfolgt. 2) Herr Rittergutsbesitzer Nathan Bernstein hat der Lehranstalt eine Schenkung im Betrage von 100000 Mk. gemacht behufs Erwerbung eines eigenen Hauses. Unsere seit langen Jahren gehegte Sehnsucht nach einem sicheren und den Erfordernissen unserer Lehr-