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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 2

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Vorwort. „In jedem Volke etabliert sich neben der befugten Obrigkeit eine unberufene, oder vielmehr zwei unberufene. Das ist die politische Kirche, und das sind die politischen Parteien.... So war es auch in Palästina zur Zeit Jesu. Die Priester und die Pharisäer hielten das Volk in Banden und mordeten ihm die Seele. Gegen diese unberufene Obrigkeit zeigte Jesus eine wahrhaft befreiende und erquickende Pietätslosigkeit". So urteilt Ad. Harnack1). Die gebührende Zurückweisung hat er durch J. Baumann erhalten: „Es sind das frevelhafte Worte für einen gelehrten christlichen Theologen. Dass die esraische Gesetzgebung das jüdische Volk von dem zur Prophetenzeit oft vorgekommenen Abfall zum Heidentum bewahrt hat, wird selbst von "Wellhausen zugestanden; dass die Pharisäer ein Nachhall der Mackabäerzeit waren, das Volk vor Hellenisierung (auch mit dem olympischen Zeus) zu erregen ist gleichfalls allgemeine Ansicht; dass es unter den damaligen Priestern und Pharisäern, die das auch blieben, ernste und fromme Männer gab, hat Schürer ausdrücklich anerkannt, sie waren aber nicht der Ansicht Jesu über sich selbst und über die Auslegung des Alten Bundes. Und nun werden diese historischen Parteien als unberufene Obrigkeit gekennzeichnet! Die berufene waren nach Harnack wohl die Römer, von denen nachgerade bekannt ist, wie sie sich zu Herren der Welt gemacht haben, und wie sie damals mehr oder weniger in verrinischer Weise allüberall hausten"2). *) Wesen des Christentums S. 66. *) Baumann, Julius, Neuchristentum und reale Religion. Eine Streitschrift wider Harnack und Steudel, Bonn 1901? S. 13 f. Vgl. Allg. Zeitung des Judentums 1903, 606,

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