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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1902-01-01 · 20.1902 · page 22

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
20.1902
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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— 83 — Subtrahiert man von 13° 10' 35,03" die mittlere Beweg, der Sonne die sieh täglich auf 0 59 8,33 uaeh Maiin. belauft (s. S. 41) so zeigt der Rest 12 11 26,70 die tagliche Elongation an. Theilt man 360° : 13° 10* 35,03", ergiebt sich 27<1 7h 43™ 4,62*; „ „ 360 : 13 3 53,93 , „ „ „ 27 13 18 35,369; „ „ 360 :12 11 26,70 , , „ „ 29 12 44 2,692. Das erste Ergebnis bezeichnet die Lange des tropischen, das zweite die des anomal istischen, das dritte die des synodischen Monats. Maimonidcs hat diese Werthe zu niedrig bemessen. Ist der Irrthum auch nur minimal, so summiert er sich doch im Laufe der Jahrhunderte zu Minuten und Stunden. Die Länge des synodischen Monats, um das wichtigste [Beispiel herauszugreifen, beträgt heute 29d 121« 441» 2,8*; und dabei sind die die Monate nicht etwa seit Maimuni langer gewordeu. Im Gogentheil! Durch Vergleichuug zahlreicher Beobachtungen, die aus den verschiedensten, weit von einander abstehenden Zeitaltern stammen, ist man der Ueberzeugung gelangt, dass die mittlere Bewegung des Mondes um die Erde fortwährend an Geschwindigkeit zunimmt. Infolge dieser „säkularen Beschleunigung", welche allerdings nur 8" in je hundert Jahren ausmacht, und desen Ursachen noch nicht genügend aufgeklärt sind, werden die Monate immer kürzer, so dass aus diesem Gesichtspunkte der Fehler noch beträchtlicher erscheint, der dem Verf. unterlaufen ist, und den er vermieden hätte, wenn er dem synodischen Monate den Werth gegeben hätte, der die Grundlage des jüdischen Kalenders bildet. Der jüdische Kalender beruht auf der Voraussetzung, dass von einem Neumond zum andern durchschnittlich 29*/* Tage und 793 Chalakim vergehen (1 Stunde — 1080 Chalakim); das sind 29<1 121' 44»« 31/*8 nach unserer Zeiteinteilung und 29d 31' 50" 8'" 201V uach der Ptolemäischeu (s. S. 31 Aum. 1). Der synodische Monat hat also hier genau denselben Werth, der die von Halma in den Text des Almagest aufgenommene Lesart bietet, und der ja auch, wie wir oben (S. 80 Aum. 1) gezeigt haben, dem Betrage vollkommen entspricht, auf den sich sowohl nach Ptolemäus als nach Albattani die tägliche Elongation belauft. Um so auffallender ist es, dass Maimuni von diesem Werthe um mehr als eine halbe Sekunde abweicht,

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