Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 20.1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Zweiter Abschnitt: Der Mond. 1. Das Problem der drei Körper. Kap. XIV § 1. Wir haben bereits in der Einleitung (S. 24 f.) auf die mannigfachen Störungen hingewiesen, die der Lauf des Mondes um die Erde erleidet, sowie auf die grossen Schwierigkeiten, die sich der Berechnung seines Ortes entgegenstellen und diesem unserm Trabanten den Ruf eines recht unzuverlässigen Gesellen zugezogen haben. Die Bahnen, die er wandelt, sind so verworren, dass zu ihrer Darstellung nicht weniger als vier iu einander verschlungene Kreise den alten Astronomen erforderlich schienen; die Gesetze, denen er folgt, sind so verwickelt, dass man zu ihrer Auseinandersetzung seine Zuflucht zum Epizykel (das. S. 25 f.) nehmen musste, da der exzentrische Kreis allein, mit dem man bei der Sonne sehr gut ausgekommen war, sich hier als unzulänglich erwies. Selbst Coppernicus, der das Ptolemäische System über den Haufen geworfen hatte, sah sich noch genöthigt, in Bezug auf die Bewegung des Mondes die alte Theorie aufrecht zu erhalten, an deren Stelle er nichts Besseres zu setzen wusste. Ein halbes Jahrhundert nach der Veröffentlichung seines berühmten, 1543 zu Nürnberg erschienenen Werkes „De revolutionibus orbium caelestium" hielt es Tycho Brahe sogar für angebracht, um eine von ihm beobachtete Ungleichheit der Mondbahn, die sogenannte Variation (S. 70) zu erklären, dem bereits vorhandenen Epizykel noch einen zweiten aufzusetzen. Als ob es an vier Kreisen noch nicht genug gewesen wäre. Und wirklich scheint es, als ob es erst c(er Aufthürmung