Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 19.1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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- 4i - ist nicht blos aus der Zahl und aus der Mauuigfaltigkeit der zusammengesetzten Proömien, sondern auch aus dem reichgegliederten und doch harmonischen Bau derselben1) ersichtlich, dass sie aus einer jüngern Zeit stammen, wo diese Proömienform bereits zur höchsten Vollendung gediehen war. Damit geht aber noch eine andere Erscheinung Hand in Hand. Je grosser und je weitläufiger das Proomium wird, desto kürzer muss die Perikopen-Auslegung werden, denn über ein gewisses Zeitmass konnte sich die Predigt in alter Zeit so wenig wie in der Gegenwart erstrecken. Diese freilich nicht aus der Natur der Predigt, sondern nur aus der allezeit gleichen Aufnahmefähigkeit der Zuhörer geschöpfte Aufstellung wird durch die Vergleichuog des Genesis r., mit Ley. r. und der Pesikta d. R. K. durchaus bestätigt. In Gen. r. ist das Proomium noch überall, selbst noch iu seiuer zusammengesetzten Form das, was es von Haus aus seiu soll, nämlich die blosse Einleitung, während die analytische Perikopen-Auslegung den Haupt teil der Predigt bildet. Schon die räumliche Ausdehnuug des eiueu und des anderu Teils begründet dieses Verhältnis zu einander, denn, die Proömien sind fast durchweg kurz, während die Perikopen-Auslegung trotz der Kürze der Perikopen im dreijährigen Cyklus sich ziemlich auf zwanzig, oft sogar auf dreissig Verse und darüber erstrecken. In Lev.' r. und in der Pesikta d. R. K. ist das Verhältnis wenigstens bei den zusammengesetzten Proömien fast ine (viermal idk, zweimal ine, vgl. ib.31a) ein Proömium 57 mit iok und tn and ein Proömium 91 mit mp dido . . . '1 and H't zusammengesetzt. *) Vgl. in der Pesikta d. R. K. das erweiterte Proömium 4», wo zur Ausführung des Proömialtextes Koheleth 7a« die Verse aus 1. Köo. 510—14 herangezogen und gedeutet werden. Ebenso ibid. das mit iok und xn zusammengesetzte Proömium 6 1 wo der Proömialtext aus den fünf Versen Hohelied 2 e—« besteht und wo zuerst Vers 8 auf Moses (mit 3 Unterabteilungen) und den Messias, dann V. 9 auf Gott und den Messias, endlich V. 10—33 auf Ahron und Moses, auf Eleasar und Josua, auf Esra und Daniel, auf Elia und den Messias gedeutet werden, und zwar so, dass V. 10—19 a die Aufforderong des einen und V. 12 b die Antwort des andern bildet Leider fehlt der Schluss dieses kunstrollen ProSmiums.