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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1901-01-01 · 19.1901 · page 39

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
19.1901
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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IRI
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— 3S - und das geschieht oft in so fesselnder und überraschender Weise, dass der Zweck dieser Einleitung durch die Spannung und Lösung, die sie erzeugt, in hervorragender Weise erreicht wird. In der ältesten Zeit nun wurde der Proömiältext schlicht und einfach erklärt und durch diese Erklärung das darin enthaltene Thema enthüllt; und sowie das geschehen war, leitete der Prediger mit einer passenden Uebergangsformel auf den Perikopentext zurück, von dem er ausgegangen, indem er so nochmals bekräftigte, dass in diesem der Gedanke seines Themas enthalten sei. Dieses einfache Proömium gewährte indessen dem Prediger nur so lange Befriedigung, als die Exegese (vm)> die homiletische wie die halachische, noch vorwaltete, und darum noch jeder Prediger in der Perikopen-Auslegung seine Hauptaufgabe erblickte. Mit der Zeit aber, als die Paränese überhand nahm, konnte das einfache Proömium begabten Predigern keinen rechten Spielraum zur Bethätigung ihrer rednerischen Kraft gewähren, zumal die Perikopen-Auslegung, wie bereits erwähnt, stets dieselbe blieb. Darum schritt man zu dem erweiterten Proömium, das allmählich zu immer grösserem Umfange und immer reicherer Mannigfaltigkeit ausgestaltet wurde. Zuerst wurden fremde Autoren zitiert, die entweder denselben Proomialtext irgendwie erklärt, oder sonst einen Ausspruch gethan hatten, durch den er heller beleuchtet wurde. Sodann wurden noch Gleichnisse angeführt, um den Gedanken des Proömialtextes passend zu veranschaulichen; endlich wurden Erzählungen aus dem Leben und aus der Geschichte herangezogen, um den Nachweis zu führen, dass die religiöse oder sittliche Sentenz des Proömialtextes durch die Praxis bereits bewährt sei. Den Gipfel der Vollkommenheit erreichte dieses Proömium, wenn es alle^diese Mittel der Erweiterung in gleichmässiger Weise zu seinem Aufbau verwendete1). Erst *) Siehe Cant r. tu 11: tvtüo nrA »n teo onb vn mpo wb o» pnSav

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