Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 19.1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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- 16 - knüpft an den Perikopentext vermittels einer Anknüpfungsformel einen externen Proömialtext, der von ihm erklärt und beleuchtet und dadurch zu jenem in irgend eine Beziehung gebracht wird. Ist diese Beziehung gefunden, so leitet der Prediger seine Zuhörer vermittels einer Uebergangsformel wieder auf den Perikopentext zurück, und der Kreislauf der Ausführung ist damit geschlossen. Das ist die Grundform aller Proömien, die uns der Sammler aus seinen Vorlagen überliefert hat. War ihm der Prediger bekannt, so fügte er den Namen desselben nach dem Perikopentext in folgender Weise ein: nnc . . . "31, Hess aber dann die Anknüpfungsformel weg, weil er für seinen Bericht das Verbum nna als ausreichend zur Anführung des Proömialtextes ansah1); war ihm aber der Prediger nicht bekannt, so nahm er das Proömium unverändert auf. Hiernach ergiebt sich für das Proömium der folgende Rahmen: A. Der Perikopentext, B. Die Anknüpfungsformel oder die Nennung des Predigers (nno . . . *n), C. Der Proömialtext, (worauf die Erklärung des Proömialtextes auf mannigfache Weise, der eigentliche Kern und Inhalt des Proömiums folgt), ') Der Prediger naturlich hat nach Ankündigung des Perikopentextes stets mit -rnn (hebr. n"»t), der ausdrucksvollem und gewiss ursprunglichen Formel, die sich erst später zu dem kurzem rro verflachte, begonnen. Das liegt ja in der Natur der Sache, und das wird auch durch die anonymen Proömien bestätigt, die, wo sie in der ursprünglichen Gestalt erhalten sind, nie ohne Anknöpfnngsformel erscheinen: die Streichung derselben war nur eine redaktionelle Aenderung des Sammlers, die er bei Nennung des Predigers vomohmen zu müssen glaubte. Aber wenn auch der Sammler der Peaikta d. R. K. dieselbe Methode bei Nennung des Predigers beobachtete, so folgt daraus noch nicht, wie Theodor (Mschr. 1579, S. 164) meint, dass die Formel rt'Brt rtno . . . »% wie sie in der Pesikta r. vorkommt, eine „confundterte Formel" sei, deren Gebrauch an sich schon eine spätere Zeit des Midrasch yerrith