Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 19.1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Ausführlichkeit in Gen. r. zu dieser Annahme verleitet hat, nnr der Kern und Mittelpunkt der alten Predigt ist, zu dem das Proömium die Einleitung bildet. Darum wollen wir jetzt die Predigtform in Genesis rabba festzustellen suchen, indem wir die Anlage dieser Sammlung vom homiletischen, dem einzig berechtigten Gesichtspunkte aus betrachten. Es hat gewiss zu allen Zeiten, also auch bei den Alten, ungeschickte Prediger gegeben; die Proömien offenbaren uns ja eine bald grossere, bald geringere Begabung ihrer Verfasser: was aber in rednerischer Hinsicht in einer Predigt absolut undenkbar ist, das soll auch dem alten Prediger nicht zugeschrieben1), sondern auf die auch sonst erwiesene Textverderbnis unserer Midraschsammlung zurückgeführt werden. Wie in der Pesikta d. R: K. und in Lev. r., so hat auch in der Sammlung Gen. r. fast jedes Kapitel2) zwei Arten homiletischer Ausführung, die zusammengehören: Proömium und Perikopen-Auslegung. Wir betrachten zuerst das Proömium und bemerken vorweg, dass nicht alle Kapitel die gleiche Anzahl von Pro- *) Hätte Bloch bei seinen „Stadien zur Aggadah" hieran gedacht, so hätte er nicht a. a. 0. S. 176 „Die Introdaktionslosigkeit wegen ihrer überwiegenden Hänflgkeit als die für die Pethichoth feststehende Norm" in der Pesikta d. R. K. erklären können. Das Fehlen jeder Einleitungspbraae bei 74 Proömien — auch wenn es von allen Handschriften bezeugt ist — beweist eben nur, wie verderbt der Text der Pesikta auf an« gekommen ist Die Abschreiber Hessen zuerst den Perikopentext am An» fan g des Proömiums weg, weil er auch, am Schlosse des voraufgehenden Proömiums steht, dann mossten sio aber auch das n*e? oder das vm streichen, weil der Perikopentext, worauf das nt oder das mn hinweist, fehlte. In den 6 Proömien der Pesikta, die das n*et noch haben, ist eben auch der Perikopentext am Anfange noch erhalten. Für jung aber wird die Formel n*v\ jetzt, nachdem Buber's Tanchuma (vgl. Einleitung S. 24) erschienen ist, von keinem, auch von Lerner (vgl. a. a. 0. S. 173ff.) nicht mehr gehalten werden können. *) Die acht Kapitel, die ohne Proömien beginnen (vgL Zunz a. a. 0. 185 a) sind als Fortsetzung der ihnen Torangehenden Kapitel anzusehen.