Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 18.1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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- 90 - begreiflich, dass I. D. mit solcher Schärfe sich gegen die Lehren Jeschu'as ausspricht. Der Gegensatz, in dem er zum karäischen Autor gestanden hat, war ja ein. zweifacher. Es spricht aus ihm nicht nur der Rabbaoitc, der über die Missachtung der Gcsctzeslchrcr empört ist, sondern auch der Aristoteliker, dem die rau'tazilitische Speculation zuwider ist. So sehen wir denn, wie die Schriften Jeschu'as, des palästinensischen Karäers nach kurzer Zeit in Spanien bekannt werden1) und hier die karäischc Propaganda in ausserordentlichem Masse fördern, ein neuer Beweis dafür, wie rege der Verkehr unter den Juden in den Ländern des IslAms war. — Aus der hier gegebenen Darstellung der Anschauungen Jeschu'as ist aber ersichtlich, in welchen kultur- und religionsgesehiehtlichen Zusammenhang die Schriften Jcsehua's gehören und welcher Hülfsmittcl wir uns bedienen müssen, um die Schwierigkeiten zu lösen, welche diejenigen seiner Werke in sprachlicher und sachlicher Beziehung uns bieten, welche nur in hebräischer Uebersetzung auf uns gekommen sind2). halte ich übrigens die Sache keineswegs für erledigt, sondern sie sollen nur darauf hinweisen, dass man durch die Betrachtung der Thatsachen den Eindruck gewinnt, dass der Name Abu al-Farag Haruns nach Abulwalid in Spanien imbekannt war und wenn Ibn Päwüd von einem Alm al-Farag spricht, damit nur Jeschu'a b. Jchuda gemeint sein kann. ») Was üoldziher in ZDAIG Llil S. 617 mit Rücksicht auf die literarischen Beziehungen des östlichen Isl:\ms zum Magrib hervorhebt, gilt in noch höherem Masse von der zeitgenössischen jüdischen Literatur. Der More nebuchim des Maimonides z. B. ist noch zu Lebzeiten des Verfassers ins Hebräische übersetzt worden und diese Beziehungen des Ostens zum Westen haben gewiss nicht erst am Ende des 12. Jahrhuaderts begonnen. -) Ich hoffe, diesen Studien noch eino Ausgabe des Buches Ber. r. nebst einer Untersuchung der hier nicht behandelten Theile des Buches, so wie seiner Beziehungen zu späteren karäischen Schriftstellern folgen lassen zu können.