Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2273546-2273581--0733-2274506
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Selbstgenügsamkeit Gottes beweisen. Jedes Bcdürfniss entsteht daraus, dass der Bedürftige nach Lust strebt oder den Schmerz abwehren will1), was nur bei einem lebenden Wesen stattfinden kann. Bei Gott können wir aber weder den Willen zur Lust, noch aber die Scheu vor Leiden voraussetzen2) und darum ist bei ihm jegliches Bedürfniss ausgeschlossen. Wir können aber nicht annehmen, dass Gott wollend oder nichtwollcnd ist, weil in» ersteren Falle Gott entweder seinem Wesen nach wollend sein müsste, oder weil er ein lebendes Wesen ist, oder wegen einer Ursache, oder endlich wegen eines Wirkenden. Wenn wir nun beweisen, dass all dies unmöglich ist, so ist die Unmöglichkeit der Lustempfindung bei Gott erwiesen. Gegen diese Eintheilung der möglichen Gründe für das Wollen Gottes, welche mit derjenigen, von welcher wir in der Beweisführung für die Schöpfung der Welt Gebrauch machten, identisch ist3), lasst sich allerdings ein gewichtiger Einwand erheben. Sie wäre nämlich richtig, wenn es schon bewiesen wäre, dass es möglich sei, dass Gott wolle und auch, dass er nicht woile, so wie es bei der Annahme der Seinszuständc gesagt worden ist, dass es nothwendig sei, dass wir einen Grund suchen dafür, dass das Atom der Möglichkeit nach in einer bestimmten Richtung (des Raumes) sich befindet. Wenn dies richtig ist, so müssten wir sagen, dass Gott entweder wollend sei, oder dass er es wegen einer Ursache sei, denn mit Bezug auf Gott verhält es sich nicht, so. Es giebt *) Darin folgt er ebenfalls Josef al-Basjr. 2) Bl. 66 b. nuuynn nn nwann wc» .nnisn nuwnn nno« ruo na» a» kSo» pw üv nw »6 ntr«3 eno mm h« w d;v$k icw rrorcwm rronyaro cna '» bat im cn»^« -yfjv *)cmi nuMim nuitoan cnrsrrom .on^t». Masa'il 77 bff. und Murtadä Bl. 31 werden mehrere Fragen, welche sich auf die Natur von Lust und Schmerz beziehnn, behandelt. 3) Vgl. oben S. 28. Auch hier folgt Joschu'a dem Josef al-Basir. Dieser sagt nämlich Mnbtawi 56 a. Gott sei wollend und der Wille sei als ein besonderes Attribut aufzufassen und in seiner Beweisführung heisst es: äJljb LVjj* ^jwäjJJ kX?y« tejf. yfi jL&i Nif Jyü iüUjfJl - *' i U> N3}&) u~ä^J \0<JjA UlLuJ loii A^eUJu ,1 U> Jsi^<J ±\ - * ^aj? äJijL Ujyi aj£j 0\ AJU^j v_a>jj C5aii!5 ^jäi ä^JJ ^1 ^» xXni. Die nämliche Anschauung vertritt Ibn Mattawejhi, Magma* 139äff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.