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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 53

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273581--0725-2274498
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— 54 — liehen Handlungen an sich gut o 1er böse seien, so wie die sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände ihre Farbe haben und es bedarf nicht erst des göttlichen Gebotes, da;-.s es ihnen ihren Charakter verleihe. Nicht deshalb sind die sittlichen Handlungen gut. »vo! sie dem Gebote Gottes entsprechen, sondern sie sind von Gull geboten, weil sie gut sind. Daraus folgerten sie auch, dass was nach dem Urtheile der Vernunft sittlich gut ist, auch für Gott Pflicht sei1) er darf ebensowenig ein Ungerechtigkeit begehen und lögen wie der Mensch. Dem gegenüber steht die Lehro der Mugbira und später der AS'ariten, nach welcher an sich keine That als gut oder böse bezeichnet werden kann, gut ist, was Gott in seinem Buche und der Sünna seines Propheten geboten, schlecht, was er verboten. Das ist die Differenz in der Hauptsache, deren Wandlungen wir vorführen wollen. lieber den Ursprung dieser Anschauungen ist schwer etwas Bestimmtes zu sagen. Wohl hat schon Plato im Eutyphron, dio Frage behandelt, ob das Heilige deshalb heilig sei, weil es von den Göttern gliebt wird, oder ob es von den Göttern deshalb geliebt wird, weil es heilig ist. Es ist aber bisher nicht bekannt, dass dieser Dialog ins Arabische übersetzt worden wäre. Manche Ausführungen Josef al-Basir erinnern an einzelne Bemerkungen der Nikomachischen Ethik2). Der Kundige wird aber nicht verkennen, dass zwischen den Anschauungen, die hier vergeführt werden sollen, ebenso wie zwischen der Weltansicht der Mu'tazilitcn überhaupt und derjenigen der Aristoteles und der islamischen Peripatctikcr eine ganze Welt liegt, wie denn thatsächlich die Mu'taziliten zu jenen in bewusstem Gegensatz gestanden haben. Im Muljtawi des Josef al-Basir ist dieser Frage ein Capitel £ mit der Ueberschrift ^Uiblf pL<=>f ^J> gewidmet, dessen Inhalt schon von Frankl zum Theil dargestellt worden ist3). Nach Josef al- Basir kommt allen bewussten menschlichen Handlungen ausser dem l) id5l ^^Ic n-^>^ war der Ausdruck, den Abü Hääim und al-Gubb&l hierfür häufig gebrauchten, worüber Ibn Hazin zornig ausruft (Milal II 147 a) w£io v_^>j*»J$ Qü^j^l V-»!*^ f^i JA?» gJi J*. -) S. auch Fibrist I 243. , *) Ein mu'tazilitischer Kaläni S. 34ff. S. 55 ist in der hebräischen, Uebersctzung die erste Hälfte des Capitels nütgetueilt

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