Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2273546-2273581--0716-2274489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 45 - 5. Naturphilosophisches. Jeschu'a bcn Jchuda nimmt auch Veranlassung, naturphilosophische Fragen zu erörtern. Eine Stelle, die ihm hierzu die Gelegenheit giebt, ist Gen. 1,1. „Und Finsterniss war auf der Fläche des Abgrundes." Die Ansichten, welche Jcsehu'a hier darlegt, verdienen um so eher vorgeführt zu werden, weil sie im Kalara eine grosse Rolle gespielt haben. Wir wissen aus anderen Kalaniwerken, dass es eine Hauptlehre der AS'ariteu war, dass die Substanzen und Accidenzen, also auch die Farben, in einem jeden Augenblick geschaffen werden1). Die Anschauung hatte für diese Schule deshalb eine grosse Bedeutung, weil sie daraus dann schlicssen konnte, dass also die Werke des Menschen ebenfalls in einem jeden. Augenblick geschaffen werden. Die Lehre war also eine Grundlage des orthodoxen Fatalismus. Die Frage hatte aber auch die Mu'taziliten beschäftigt, und sie haben auch hierin den A§'ariten vorgearbeitet. Für die Kenntniss der Antecedentien der a§laritischen Lehre giebt uns nun Jeschu'a hier einen Beitrag. Unter „Finsterniss" ist nach ihm ein Körper zu verstehen, der das Substrat der schwarzen Farbe ist. „Das ist eine richtigere Ansicht als die, nach welcher „Finsterniss" ein Accidens, die Schwärze bezeichnet, die an einem Körper ist. Gott lässt nun beim Eintritt der Nacht die Luft, die das Substrat der Schwärze ist, nach bestimmten Landern ziehen, oder er schafft die weisse Farbe in den Atomen, welche das Substrat der schwarzen Farbe sind, und in der Nacht schafft er die schwarze Farbe an ihnen*).tt Nachdem Jeschu'a die Beweise derjenigen, welche annehmen, dass die Schwärze eine Substanz sei, vorgeführt, behandelt er noch andere Anschauungen8) von den Farben, die im Wesentlichen mit den Ansichten der ßasrensischen Mu'taziliten übereinstimmen. Er will es dahin gestellt sein lassen, ob die Schwärze eine Substanz ist oder nicht. Dass sie etwas zum Atom Hinzugekommenes ist, scheint ihm unzweifelhaft, die Meinungsverschiedenheit der Ge- *) Der erste, der diese Ansicht vertreten hat, war al-Nazzam, Fark 64b. *) 74 a ejuS c» vnw na nvn p»Sa «Aan ."pvn r.DK xago no nbnv hbvm tmvn »vn $cnb c» um '3 na» '0 nana ata nni' nn .« bn ivwa iv* Kiaa tvhmra ftioipe bt* n*wn pys?> nwapn n»m nn»a bn nwer ok nvwn nn tjua ann» nvn ona bn -nnan tm iph ftia»nna \wbn kw rn> n»n (w b»i) w nb*bn vfyhn nna mm. *) BL 74b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.