Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 18.1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Jesehu'a ben Jehuda. Jeschu'a b. Jehuda, mit seinem arabischen Namen: Abu al-Farag Furkän ibn Asad') gehört zu den hervorragendsten älteren Lehrern der Karäer. Er lebte, wie es nun unzweifelhaft feststeht, um die Mitte des 11. Jahrhunderts2). Aus fernen Ländern kamen Karäer nach Jerusalem, wo er wohnte, um seines Unterrichtes theilhaftig zu werden, und nach ihrer Heimath zurückgekehrt, verbreiteten sie mit grossem Eifer die Lehren ihres Meisters. Von seinen Schülern sind besonders der Byzantiner Tobija ben Mose, der Uebersetzer karäischer Schriften und der Spanier I bn al-Taräs zu erwähnen. Der erstere hat besonders durch seine Uebcrsetzungen die karäische Propaganda gefördert, der letztere hat in Spanien eine karäische Bewegung hervorgerufen, welche von den Rabbaniten nur mit Mühe unterdrückt worden ist. Diese Bewegung war es, welche, wie wir sehen werden, Jehuda Halewi zu seiner Polemik gegen die Karäer und Abraham b. Dawüd «?r Abfassung seiner Chronik und polemischen Schriften gegen Jeschjfa pranlasst hat. Auf die Einzelheiten dieses Ra^npls werden wir noch zurückkommen. Yon den Werken Jeschu'as ist nur ein kleines Schriftchen *) Ueber Jeschu'a handeln: Steinschneider, Catal. cod. hebr. Biblioth. Acad. Lugd. Bat S. 173f. 190. Geiger, Melo chofnajim, S. 76ff. Pinsker, Likkute kadmönijjöth, S. 210 Anh. .Gof. Fürst, Geschichte des Karäertbums, II, 162—190. Grätz, VI S.,94. Münk, Noticesur Aboulwalid, S. 4f. Steinschneider, die hebr. Uebers. des Mittelalters, S. 459, u. 942f. P. F. Frankel, in Ersen n. Grubers Encyklopädie Sect. I£ Bd. 33, S. 16. Margoliouth, in Jew. Quarterly Review, XI S. 187f. a) Nach der Chronik des Ibn al-Hithi, Jew. Qn. R i v. IX S. 434, 440, hat er seinen kürzeren Commentar zum Pentateuck im Rabi' ai-anwal des Jahres 446 d. H. (1054-55 der ehr. Zeitr.) begonnen, was durch das Datum 442. d. H. im grösseren Commentar noch wahrscheinlich gemacht wird. S. Jew. Qu. Rev. XI S. 210.