Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 17.1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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die religiöse Unwissenheit der heranwachsenden gebildeten Jugend innerhalb unserer Glaubensgenossenschaft. Die Einrichtung solcher Lehrcurse verdanken wir der Anregung des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes; die Bereitwilligkeit unseres Lehrercollegiums hat die alsbaldige Ausführung ermöglicht. Aus dem Anhang zum Lectionsverzeichniss ist über Plan und Inhalt des in Rede stehenden Lehrcursus Näheres ersichtlich; im verflossenen Wintersemester haben an den bezüglichen Vorlesungen theilgenommen 6 Lehramtscandidaten und 4 Lehrerinnen. Die Kosten werden gemeinschaftlich von dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und von der Lehranstalt getragen; von der letzteren aus einer zu diesem Zwecke dargebotenen Subvention. Die Frequenz der Lehranstalt ist aus folgenden Daten ersichtlich: H5rer Die Zahl der ordentlichen Hörer hat betragen: , Im Sommersemester 1898 30 (20 Deutsche, 10 Reichsausländer — 8 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus dem Rutschen Reiche —). Im Wintersemester 1898-99 31 (19 Deutsche, 12 Reichsausländer — 10 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus dem Russischen Reiche —). ^ämmtliche Hörer waren Maturi. yQn (jen derzeitigen Hörem gehören der Lehranstalt an seit 1889, 1; 1890, 1; 1891, 1; 1S93, 1; 1894, 3; 1895, 1; 1896, 2; 1897, 12; 1S98, 9 Hörer. Ausserdem wurde die Anstalt von 10 Hospitanten (2 Deutsche und 8 Ausländer) besucht. Die Ra.bbinatsprüfung haben bestanden: Dr. L. Lucas, Dr. J. Lewit, Rabbiner in Stolp, Dr. A. Morgenstern, Rabbiner in Jamnitz in Mähren und Dr. S. Samuel, Rabbiner in Essen a. R. — Herr Dr. Emil G. Hirsch ist aus Chicago nach New-York an den Emanuel- Tempel berufen worden. — Die sabbatlichen Uebungspredigten der Hörer in den Berliner Gemeindesynagogen sind unverändert fortgesetzt worden. — Mit dem Predigtamte für Festtagsgottesdienste sind von der hiesigen jüdischen Gemeinde 1898 zehn Hörer betraut gewesen. Die im Berichtsjahre gehaltenen Vorlesungen sind in der Anlage A, — die unserer Bibliothek zugewendeten Geschenke in der Anlage B enthalten. Stiftungen j)ie von dem Generalkonsul Franz Philippson in Brüssel zu Gunsten ehemaliger Lehrer und ihrer Angehörigen begründete Ludwig Philippson-Stiftung hat am 6. Juli 1898 die landesherrliche Genehmigung erhalten. Der Preis aus der Moritz-Meyer-Stiftung ist am Todestage des sei. Stadtrath Moritz Meyer vom Lehrercollegium dem Hörer N. Schorrstein zugesprochen worden. Zur Verwendung des Ertrages aus der Dr. M. Kirschstein'schen Preisstiftung ist folgende Preisaufgabe ausgeschrieben: „Darstellung der Religionsphilosophie des Levi ben Gerson (Gersonides)". Die Preisarbeit ist bis zum 1. April 1900 einzuliefern. Finanzbericht Die Einnahmen und Ausgaben der Lehranstalt im Berichtsjahre 1898 werden in der Anlage C nachgewiesen. In den Einnahmen sind auch enthalten die Geschenke, welche wir im Jahre 1898 empfangen haben; wir sagen den verehrten Gebern für die der Lehranstalt bewiesene Theilnahme unseren aufrichtigen Dank. Es sind eingegangen: A. Für den eisernen Fonds: 1. Von Herrn Geh. Commerzienrath Louis Simon anlässlich seines 70. Geburtstages.............3000._ 2. Von Herrn Commerzienrath Jacob Landsberger . 2500._ .3. Von Frau Commerzienrath Ida Landsberger ..... 2500.— 4 . 4. Von Frau Franzisca Ginsberg zum Andenken an ihren seligen Gatten Adolf Ginsberg......... " " 2500_