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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 68

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
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— 67 — -ebenso wie es unmöglich ist. dass er daran vergesse, dass er einmal in einem Lande Fürst war. Ferner müssen wir bei der Wanderung der Seele einen Anfang annehmen, wo an sie das Gebot ergangen ist, durch dessen Missachtung sie die Strafe verdient, nun ist aber nicht einzusehen, warum wir nicht annehmen sollen, dass anfänglich die Leiden über die Wesen kommen, durch welche sie den Lohn verdienen. Denn wir sind der Ansieht, dass die Leiden aus zwei Gründen berechtigt sein können, erstens, wenn sie für die Zukunft nützen, zweitens, wenn sie verdient sind. So wie die Züchtigung des Kindes berechtigt ist, weil sie für seine Zukunft nützlich ist, wie wir die Mühseligkeiten einer Reise ertragen, weil sie uns Nutzen bringt, ebenso können wir mittelst eines Schlusses vom Sichtbaren auf das Unsichtbare annehmen, dass die Leiden der lebenden Wesen ihnen zum Nutzen sind und dass sie einst entschädigt werden. Auch Jehuda Hadassi erwähnt die Lehre von der Seelenwanderung in seiner Aufzählung der Secten1), nur scheinen seine Angaben nicht ganz genau zu sein. Er schreibt die Lehre dem 'Abbäd üejmari und den Mugbira zu. Aus seiner Widerlegung geht hervor, dass er hierbei das Kit ab almulitawi benutzt hat2). Auch die Ansicht der Assassinen wird von ihm kurz dargelegt, die neben der Lehre von der Metampsychose auch dem Traducianismus gehuldigt haben3). In der jüdischen philosophischen Literatur, welche nicht vorwiegend unter dem Einflüsse des Kaläms steht, wird diese Lehre entweder überhaupt nicht erwähnt, oder sie wird nur nebensächlich •behandelt4), erst durch die kabbalistische Literatur ist sie seit dem 13. Jahrhundert zu grösserer Bedeutung gelangt. Im Islam wird sie in der philosophischen Literatur häufig, wie es scheint, nur aus dem Grunde widerlegt, weil man ihr bei Plato und Aristoteles begegnet ist5), Glauben fand sie nur bei si'itischen Ketzern6), wie die Ism&'ilijja. Sonst wurde sie überall verdammt, so dass sogar ein Mystiker, wie Muhji al-Din Ibn 'Arabi sie als eine schlimme Ketzerei betrachtet7). *) nsan hzvx Alfab. 96. 2) Das. -njn nnpisi nnNtan man naw .nnwrtra s\u b» qua nnpnym nnj?'T naotu n« cn'nuijtfM nb y>m •anno« fyjn» na y» leiSm a» nx nSimi nniStwn nnawn. 3) Das. v b» mo vn nvn '»'S» s\u nn'Via d'bu »3» -nnrina. Von einer albigensischen Ketzerei heisst es bei Hahn, Geschichte der Ketzer im Mittelalter, 167, Anm. 7: „Ponunt etiam quidam, in quo different a praedictäs, spiritus, sive animas novas a Deo non creari; sed dicunt animani ex anima traduci, sicut caro ex carne traducitur". Die Vorstellung entspricht dem, was die Kabbalisten "ropn nio nennen. 4) S. Schmiedel, Studien, S. 159 ff. 5) Einige Bemerkungen über die Seelenwanderung finden sich bei al-Mas'üdi, Prairies d'or DI, S. 269, IV S. 65. S. auch Al-Färäbi's philosophische Abhandlungen, herausg. von Dieterici, S. 64, Z. 15. Ibn-Bäga in seinem „Abschiedsschreiben", rnyaai mtaa, Heft II, S. 100. Tahäfut al-faläsifa S. 89. c) S. Al-Sar. II 71,206. 7) Al-Sa'räwi, Jawäkit II 173. «-^^^^

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