Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
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63 - was vom Provinzial-Sckiü-CoUegiimi — dem „der p. Znnz weder persönlich noch von Seiten seiner pädagogischen Tüchtigkeit bekannt" war — abgelehnt wurde, so kam der 25. April 1839 heran, bevor Z. bei Otto Schulz und Diesterweg sein CoUoqiüum abhalten konnte. Aber noch im letzten Augenblicke, als die Unterhandlungen durch die Unterzeichnung des Kontraktes von Seite Z.' bereits abgeschlossen zu sein schienen, drohte Alles zu scheitern, weil Z. am 4. October die Vorschläge des Vorstandes, wonach er für die Zeit bis Ende 1838 nur 250 Thlr. Wartegeld') (Z. hatte auf 400 Thlr. angetragen) und für die neun Monate des Jahres 1839 nur sein Gehalt, also 375 Thlr., aber kein Wohnungsgeld erhalten sollte, pure abgeleimt hatte. Da der Vorstand auf seinen Vorschlägen beharrte und mit dem gänzlichen Abbruch der Verhandlungen drohte, so gab Z. „aufAnsuchen eines geehrten Freundes" endlich nach, nahm sein ablehnendes Schreiben am 9. October zurück und erklärte sich mit den Vorschlägen des Vorstandes einverstanden. So wurde das Kontraktsverhältnis am 18. Oktober auch vom Gemeindevorstande besiegelt, der nunmeinden von Z. ausgearbeiteten Eini'ichtungs- und Lehrplan für das zu errichtende Seminar bei der Schulbehörde einreichte. Der Plan wurde am 4. Januar 1840 mit der Massgabe genehmigt, dass nunmehr der Unterricht zu Ostern beginnen solle. Der Unterricht begann nun zwar am 27. April, aber die ofncielle feierliche Eröffnung fand doch erst am 18. November 1840 statt,2) weil die zwei neben Z. anzustellenden Lehrer Leb recht und Dr. Cohen ihre Qualification nicht früher erlangen konnten. J) Z. hatte auf diese Entschädigung, die freilich zu gering ausfiel, gegründeten Anspruch. Schon am 2G. Januar 1838 bezeugte der Schulvorstand in einem bei der Verwaltung eingereichten Verhandlungsprotokoll, dass Z. „seit fünf Monaten bereits, in der Hoffnung das beregte Amt zu übernehmen, anderweitige Anerbietungen abgelehnt" habe; und Z. sagt in einem Anschreiben an den Vorstand vom 17. März 1839, dass er im October 1837 „ein auf der Stelle offenes einträgliches Amt abgelehnt" habe. Dieses Amt war offenbar die Stelle eines Redacteurs bei der Spener'schen Zeitung. Denn zum 19. October 1837 notierte er in seinem Tagebuche: „Dr. Curtius' Antrag an mich, die Redaction der Spenerschen Zeitung wieder zu übernehmen, offenbar mit Spiker's Vorwissen gemacht, von mir abgelehnt." Ebenso lehnte er aber auch am 5. Mai 1838 den Antrag ab, rege 1 mässig während der Messe in Leipzig zu predigen. 2) Die von Z. gehaltene Eröffnungsrede erschien bei Veit u. Comp. Vgl. auch Gesamm. Schriften 11,126ff.