Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 8.1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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— 12 - H^M %t!2 'res- Auch die Boraitha bezeichnet den kurzen Lehrsatz als eine besondere literarische Form des alten Schriftthumcs. S. Tosifta ISfi-achot 2 PM:X'. rzhr.Z triC2 rtl^ZZ rwhr. rr.%TZ rr.zh und Babli Sueea, 'JKa. Vgl. X. Krochmal M«»rc N. hasman C. 13, Z. Frankl, llodeget. in Misehn. S. -Jim, J. Brüll Einleitung in die Mischna II. öl und IV. Jahresbericht unserer Anstalt Note 71. Ks liegt die Vermuthung nahe, das* das Verbot d»'S Xiederschreibens der mündlichen Lehre in dem Satze ,v.P "cr.^ P'zhr* *Z?*Z ursprünglich nur diesen kurzen imperativen Ansprüchen »alt, da neben dem .schriftlichen.Worte des Fünfhuches kein zweites, auch dem Volke leicht verständliches Gesetz in Umlauf gegeben werden sollte. Vgl. Temura U ff. Rabbi nahm in seiner Mischna Lehrsätze der verschiedensten Schulen und Können auf. In ihr tindet sich nebeu der einfachen Vorschrift die Deutung des alten Midrasch, dem das Uibclwort zu Grunde liegt, der scharfsinnige logische Schluss, die zusammenfassende Hegel, die Antithese, das Heispiel und die geistreiche (ontroverse. Da die Mischna das Lehrmaterial des Schulhauses »anfassen sollte, so ist in der Redaction derselben der äusseren Form nach die knappe, kurze Ualacha zurückgewichen. Wäre dieser Grund der eigenartigen Abrundung der Mischna nicht vor Allem ins Auge zu fassen, so könnte man auf die Vermuthung kommen, Rabbi habe es absichtlich vermieden, die kurze Ualacha in den Vordei^ruiui au stellen, weil diese eben, ihrem Wesen nach ein zweites, mündliches Gesetz, in einer schriftlichen Arbeit nicht hervortreten sollte. Die Anlange der einzelnen Masichtot der Mischna werden von Sätzen gebildet, welche umschliessenden Hegeln, in Zahlen festgehaltenen Resultaten, präcisirten Fällen des Rechtes oder hervortretenden rabhinischen Bestimmungen und Anordnungen Ausdruck geben. Letztere bilden oft, wie in Pesachim und Gittin den Untergrund vielfacher Ausführungen und Verhandlungen. Selbst in den sehr seltenen Fällen, in denen eine altgesetzliche einfache Ualacha den Anfang einer Masichta bildet, reihen sieh derselben sofort Zusammenstellungen an, wie in Kilajim, Succa, Bechon-t. In mancher Masichta scheint die Absichtlichkeit der eigenartigen Ordnung des Stoffes besonders hervorzutreten. So ins Sabbat, wo in 1, •_' Ö alte Halachot in Bezug auf den Rüstabend des Ruhetages tradirt werden (s. das. I), von denen die Masichta erst später zu den eigentlichen Sabbatgesetzen vorschreitet, und doch wird die Masichta in 1 mit einem zusammenstellenden, Beispiele statuirenden, in der Schule viel behandelten Satze vom Sabbat eingeleitet. Siehe Babli Sabbat 2a Tosafot. Kelim hat von G. II an eine weite Reihe von kurzen, präcisen Sätzen, G. I enthält aber eine kunstreich geformte Staffelordnung. Ueberdies nahm Rabbi, obwohl er die kurzen Halachot seiner Mischna einfügte, doch die in dem Schulhause vorgetragene Regel, welche viele solche Halachot übersichtlich einschloss, ebenfalls auf, und liegt schon hierin die Tendenz seiner Mischna als Lehrbuch der Schule klar ausgesprochen. S. Jchainot!>, 1, Tosafot zu Babli das. Sla und Jac. Brüll, Kinleit. in d. Mischna 2. ',»!». Der kurze Lehrsatz wird selten in der Mischna selbst als- Ilalachaspruch bezeichnet. S. Jebamot S. :\ -«.««s *:x .irS.I xVx T X*?, Tosafot zu Babli «las. 77 ff. und Bondi, Tosaf. Jörn Tob zu Sota 2. 2. -- Zu Orla Ö. rzbr* .lS"*>M*. hat JentsVhalmi das. .i:M2.1 r*zhr,2 ~-X VsVÄ?. Der Ausspruch könnte vielleicht dahin verstanden werden, dass der Satz über Orla wohl ein alter Ausspruch sei, aber in seiner Rcehtsgiltigkcit, als nicht sina'itisch, nur die Bedeutung eines im Lande üblichen Brauches habe. Babli Kidduschiu .">S ff. wird die Krklärung präciser formulirt. -'S'? Xrr?.1 bi?"'" ST.T'1 ~~X. Hiernach hätte Sam. in dem ^Z1?' der Mischna nur den Brauch der Provinz verstanden. Oefter Huden sich in der Mischna und in der Tosifta direkte llinweisimgeu auf alte, kurze Halachot. In Folge des i?2S X? . . V*2Stt* wird der erste Lehrsatz immer in seiner knappen, engen Form mitgetheilt. Vgl. Pca 1. 2, I. ä, Schebiit 5. \K Beza b. 2., Megilla 1. B. Mezia 1.i>. 7. 4.. Kelim .'>. 2. S., i>. I. Tosifta Meuachot Bechoiot l. Derartig.- kurze Halachasätze sind auch meist dort zu lesen, wo ein die Sache beurtheilendes V2*X und "P2X oft auch wo das begründende W2X ,12*71 jn Tosifta gewöhrdich r2X .12 "C2) angefügt erscheint. Das Letzte kommt allerdings wie V2X hhz und das midrasehischc y,2X [Xr2. nicht selten ajich davor, wo eine in der späteren tanaitischen Zeit festgestellte Mischna ins Auge gefasst wird. Vgl. Ghullin :». i?, ->^*S *"t.l - w""2*S V,1 .i:*i'X~- in Kctubot IL 1. (iittin »i.;*>. Tebul Jotn I..'». Tosifta Demai :'. l,-v~*:r2 jM'l .1U">"£' ~2~ p"2'X .IM rrU'STr Schebiit 3. 1. S. Pesachim 1 Sz'pp*. S-'J' i;? n:rC2 V? pn: IS* Vc* |'--1 p« p2"!X v.i mrsrs. B. h'amma S. Ab. Sara X. Xedarim .*». Gittin 1.3. Nidda 'J. Ketubot!>. An letzter Stelle wird der alte Lehrsatz in Bezug auf die stattgehabte Dauer seiner Giltigkeit Gegenstand der ("ontroverse. c^S'S V.I .i;'*«ir>2 vyps s.viM vpr" -V'ttt .i::cn x ':rr 2"- -j; rvz'j srsrr? 7-s .irrr: .-xv**2.i s. Babli das. s*.»a. Die Ansicht Hnrkavy's, dass Jchudai der erste Verfasser v<«n „Halachotwäre, und dass Simon Kahira, etwa ein Jahrhundert später wirksam, die Halachot Jehuda's den Halachot Gedolot eingefügt habe, wird, abgesehen von dfii in der Kinleit.mg zu den geonäischen Respou>en ed. Berlin 1SS7. S. 27 dargelegten Beweisen auch noch von anderen Momenten unterstützt. Samuel NTIofni das. Respons. :»12 spricht von dem Verfasser der Halachot Gedolot in einer Weise, dass es scheint, es habe dieser denn doch nicht in der ersten Zeit der Gconen gelebt. c,2U,l7 W:i "ihr, 13T3 *p2 .IM T r^Sl.l h'iZ ~-S2' .ir I» der That lässt sich nicht nachweisen, dass ein Gaon vor Zemach b. Paltoi die Hai. Gedolot nennt, während Paltoi und Xatrunai von den kurzen Hai. sprechen. Vgl. Halberstamm in Frankel, Monatsschr. ls.V.>. S. VSX Das dort angeführte r,J -21 Pizb~2 gd't keinen Beweis, d;i der Satz in Hai. Pesukot Ed. Gorrstantin., nur einem früher stehenden Responsum Sur Schaloms angeschlossen, Hat gehören kann, wenn schon die Halachot Gedolot gemeint sind. [Wir haben die Hai. Oed. F.d. Hildesheimer nur bis S. :j<so vor uns, und verweisen bei andern Anführungen auf ed. Wien.] Am Fude der Bai. Gedolot Werden rn der Aufzählung der Literatur nach den verschiedenen Schriften auch ■"•-wpcr.lÄpi r"*S*n erwähnt. Die r*y~, welche liier genannt werden, scheinen eben die kurzen halachischen Zusammenstellungen zu sein, von denen wir in den r^p rrZZZ kleine Reste besitzen, die kaum lange vor Jehudai abgefasst wurden. Benutzt wurden diese über in Hilchot Soferim von S. Kahira. -- In der KinVttung zu den Hai. Oed.