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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1889-01-01 · 7.1889 · page 2

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
7.1889
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273559--0228-2273990
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Die Responsen der spanischen Lehrer des 10, Jahrhunderts. R. Mose, R. ClLanocli, R. Joseph ibn Abitur. Als das zehnte Jahrhundert in seine zweite Ilfdfte trat, erblühte die erste Schule jüdischer Glaubenswisseiisehaft auf dem Hoden Spaniens. Auf einein Schiffe, welches der Admiral des Chalifen Abdcrrahman III. erbeutet hatte, befand sich der Mann, welcher bald als der erste grosse Gesetzcslehrer des Üecidentes verehrt werden sollte. Er. und mit ihm sein junger Sohn, kamen nach Cordoba. Die jüdischen Bewohner der Hauptstadt Andalusiens zahlten das Lösegeld für die scheinbar schlichten Leute«. Bald erfuhr die erfreute Gemeinde, dass Kabi Mose ein hervorragender "Weiser sei. Er wurde zum Richter ernannt. Man überhäufte ihn mit Beweisen der Verehrung. Der Chalif theilte die Freude der Gemeinde. Denn nun fanden die Juden Spaniens den Mittelpunkt der religiösen Entscheidung im heimischen Lande und mussten Urtheil und Schiedsspruch nicht erst aus Babyhin erwarten und erlangen. Der Kuf des Meisters verbreitete sich rasch in Spanien und im ganzen Abendlande. Emsige Schüler umgaben den gefeierten Lehrer. Wer in den westlichen Ländern die Kunde der jüdischen Wissenschaft anstrebte, kam in die Lehrhalle Babi Mose's. Alle Anfragen religiösen Inhaltes, schwer zu entwirrende Streitfragen rechtlicher Natur wurden dem Haupte der Schule in Cordoba vorgelegt. Die Antworten, weiche von Ii. Mose ergingen, die Briefe seines Sohnes IL Chanoch und die des Zeitgenossen des letztem, IL Joseph b. Isae ihn-Abitur sind als die eisten und ältesten Kesponsen anzusehen, welche auf der iberischen Halbinsel ausgefertigt wurden a). IL Mose ben Chanoch war «1er geeignete Mann, das erste grosse Lehrhaus zum Buhme der Wissenschaft in Kuropa zu eröffnen, einen Mittelpunkt zu schaffen, dem sich im Abendlande jeder Schwankende und Zweifelnde vertrauensvoll zuwenden konnte. Er war in der Schule der Geonen herangebildet worden. Ein Schriftsteller des 15. Jahrhunderts, .Joseph ben Zadik aus Arevalo, nennt noch Babi Chanoch, den Sohn des ersten Lehrers, „den Bahylonier". Und .dieser IL Chanoch, welcher in einem Briefe die Uiehtung empfiehlt, nach der die jüdischen Bewohner Spaniens beim Ablesen der Gebete «las Antlitz hoffnungsstrahlend wenden sollten, fügt erklärend hinzu, wie es die babylonischen Juden, die in einer andern Himmelsgegend leben; mit dieser Bestimmung halten1'). Grätz hat angenommen, dass IL Mose aus der Schule von Sura hervorgegangen sei. Die Schrifteu der beiden Lehrer, des Vaters und des Sohnes, scheinen «lies zu bestätigen. Nicht nur stimmen die Entscheidungen dieser Meister öfters mit den Bescheiden überein, welche suranische Lehrer ertheilten, sondern es wird auch in einem Schreiben, welches nach Styl und Inhalt mit Sicherheit einem dieser spanischen Lehrer, vielleicht IL Mose zuzuweisen sein wird, ein gerichtliches Urtheil, das in Sura gefüllt wurde, als unterstützendes Beispiel angeführtr)- Die Art und Weise, in welcher diese Lehrer die an sie gestellten Anfragen erledigen, die Kedeformen, in welchen sieh ihre Responsen halten, haben «lic auffallendste Verwandtschaft mit der Conception der suranischen Geonen in der ersten Hälfte des zehnten Jahrhunderts. Das ziemlich reine, von leichten Syriacismen umflossene Neuhebräisch der Mischna, wie es sich in den meisten Gesetzesaussprüchen der Lehrer

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