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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1887-01-01 · 5.1887 · page 2

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
5.1887
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273555--0178-2273938
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Vorwort, Das allgemeine Interesse an der Literatur der Karäer, welches der „Leydner Katalog" Steinschneider's und Pinsker\s „Likkute Kadmonijoth" vor fast drei Jahrzehnten in so hohem Maasse erweckten, dass durch eine geraume Zeit karäische Studien die gesammte jüdische Forschung zu beherrschen schienen, ist nunmehr längst wieder erkaltet. Man würde sich sonst unmöglich so lange bei Fürst's „Geschichte des KaräerthumsM beruhigt haben, trotzdem es unter den Fachkundigen schon vom Anfange an feststand und seither auch wiederholt kundgegeben ward, dass in den beiden ersten Bänden dieses Werkes fast jede Angabe über die Lebensbeziehungen der Autoren, wie über Titel und Inhalt der Werke mit Misstrauen aufgenommen werden müsse. Wold haben einzelne Gelehrte unablässig einzelnen Punkten der karäischen Literatur ihre Aufmerksamkeit zugewandt, aber den gesammten Karäismus umfassende Studien und Darstellungen sind — unseren Artikel „Karaiten* in der „Allg. Encykl. d. W. u. K.u (Sect II, Bd. XXXIII S. 11 ff.) ausgenommen — in jüngster Zeit nicht zur Veröffentlichung gelangt. Und auch da konnte die Literatur der eisten Periode (von der Mitte des 8. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts) nicht erschöpfend behandelt werden, weil die neueren Erwerbungen der kaiserlichen Bibliothek in St. Petersburg und des British Museum in London zur Zeit noch nicht genügend fachmännisch gesichtet waren. Werden erst die reichen Schätze dieser Sammlungen, über welche wir zum Theii durch öffentliche, zum Theil durch private Mittheilungen der HH. DDr. Harkavy und Hoerning einige Informationen erhielten, den Forschern zugänglicher geworden sein, dann wird die karäische Literatur wieder ihre Anziehungskraft bewähren, und Arabisten, wie jüdische Literarhistoriker werden zum Studium des karäischarabischen Schriftthums sich eingeladen sehen. Dann werden Forschungen auf diesem Gebiete nicht — wie dies jetzt noch geschehen muss — auf die Entdeckung von Fälschungen und die Beseitigung von Irrthümem: auf die Umstossung von Kartenhäusern allein sich beschränken müssen, sondern, reich au positiven Ergebnissen, werden sie wirkliche literarische Geschichte, wahrhaftige geistige Entwicklung darzuthun in der Lage sein. Da werden jene Werke besonders die Aufmerksamkeit auf sich lenken, welche wir in Original und in Uebersetzung zu besitzen so glücklich sind; denn neben einem Texte in der Sprache des Verfassers besitzt eine Uebersetzung einen ungleich höheren Werth, als etwa nur den einer zweiten Handschrift. Sie führt uns zumeist dem Verständniss näher, indem sie uns die Auffassung eines dem Autor näher stehenden, für seine Uebersetzerthätigkeit doch wohl nicht völlig uobenifenen Mannes an die Hand giebt. i*

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