Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 4.1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 37)
- Language
- German
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— 38 — Leider müssen wir an dieser Stelle den Tod eines strebsamen, zu den besten Hoffnungen berechtigenden Studirenden erwähnen. Herr stud. phil. Corre aus London wurde am 15. Februar 1886 von einem frühen und plötzlichen Tode ereilt. Im Berichtsjahre hat der ehemalige Hörer Herr Dr. phil. Löwy. Rabbiner in Göttingen, das Rabbinatsexamen an unserer Anstalt bestanden. Herr Dr. phil. Selver hat ein Rectorat in Gothenburg (Schweden) übernommen. Vorlesungen. jjas Verzeiclmiss der Vorlesungen, welche im Sommersemester 18S5 und im Wintersemester 1885/86 gehalten worden sind, findet sich in der Anlage A. Preise. jjas Curatorium hat im Februar 1885 beschlossen, die bis Ende 18S5 aufgelaufenen Zinsen der von Herrn San.-Rath Dr. Hirstein zugewendeten Mendelssohn-Stiftung in diesem Jahre zu einem stiftungsmässigen Preise zu verwenden. Für die vom Lehrer-Collegium zu diesem Zwecke gestellte Aufgabe („das gegenseitige Verhältniss der Sprüche Salomonis, Sirach und Pirke Abot") lief Iceine preiswürdige Arbeit ein, doch-konnte, dem Verfasser der Arbeit' mit dem Motto: „Lieblinge Gottes sind die Kinder Israel", Herrn stud. phil. Joel, durch die Gabe von 50 M. Anerkennung für seinen Fleiss ausgesprochen werden. Zugleich wurde Ende Juli ein neuer Preis ausgeschrieben, mit der Bestimmung, dass die Preisertheilung am 100. Todestage Mendelssohns (4. Januar 1886) stattfinden sollte. Als Thema bestimmte das Lehrercollegium:^ „Darstellung und Beleuchtung des Versuches Moses b. Maimun's, die biblischen Gebote und Verbote zu begründen." Von den beiden eingegangenen Arbeiten wurde die eine mit dem Motto „Vorwärts" als des Preises würdig anerkannt. Der Verfasser derselben ist Herr cand. phil. Bardowicz. Die andere mit dem Motto: „Viele Weise sind hoch gestiegen, Moses aber bis zum Himmel (Alcharisi)", wurde als öffentlich zu loben bezeichnet. Verfasser dieser zweiten Arbeit ist Herr stud. phil. Vajda. Für den Preis war eine Summe von 150 M. bestimmt, eine gleiche Summe konnte dem Verfasser der zweiten Arbeit gewährt werden. Hierbei hat das Curatorium den Herren Geh.-Rath Meyer Cohn, San.-Rath Dr. Kirstein, Berthold Simonseinen besonderen Dank auszusprechen; welche je 50 M. zur Honorirung der Arbeiten be- . stimmten. *' Zwei vom Ausschuss des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes bewilligte Preise im Betrage von 30 und 20 M. konnten aus äusseren Gründen in diesem Jahre noch nicht zur Vertheilung kommen. Bibliothek. Die Anlage B enthält das Verzeiclmiss der im Jahre 1885 der Bibliothek unserer Anstalt zugewendeten Geschenke. Süfonä£en" Nacü dem in der Anla&e D enthaltenen Rechnungsabschluss über den Stipendienfonds sind im Jahre 1885 an Stipendien verausgabt worden: 4521 M. An grösseren Gaben verdankt die Stipendiencommission: Frau Stadträthin Nanny Meyer 940 M. Herrn P. M. 300 M. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin hat auch in diesem Jahre einen Beitrag von 450 .M.. für Stipendien aus dem Hertelschen Legate gewährt. Desgleichen hat der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig aus der Fürst'schen Stiftung Hörern unserer Anstalt Stipendien (im Betrage von 61 und 261 M.) zukommen lassen.. Die Simon- Bondi-Stiftung in Dresden hat 240 M. zur Verfügung gestellt. Montag»; Dje zu Gunsten des Stipendienfonds gehaltenen Monatsvorlesungen ergaben im Jahre Vorlesungen. 1885: 1483 M., im Jahre 1886: 1371 M. 55 Pf.