Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1876-01-01 · 2.1876 · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
2.1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2273546-2273549--0040-2273797
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Ueber einige Fragmente aus der Mischna des Abba SauL Von den mannigfachen Mischnasammlungen, die in der letzten Periode der Tanaim am Anfange des dritten Jahrhunderts n. v. Zt. angelegt worden, hat sich nur eine Einzige, die des R. Jehuda Hanasi, vollständig erhalten. Wir besitzen zwar in der Tosiphta. die beinah jeden Traktat der Mischna begleitet eine reiche und für die kritische Forschung unentbehrliche Sammlung von lialaclüschen Aussprüchen, diese kann aber schon deswegen nicht als eine ebenbürtige Sammlung der genannten Mischna au die Seite gesetzt werden, weil sie iu der Gestalt, wie sie uns vorliegt die Mischna bereits voraussetzt und ergänzt. Noch weniger können die unter dem Namen Mechilta. Siphra, Siplu*e bekannten Schriften hierher gezählt werden, weil diese die halachische Schrifterklärung, nicht aber die Fixirung der Halacha selbst zur Aufgabe hatten. Die Mischna desR. Jehuda Hanasi. des Rabbi, wie er schlechtweg genannt wurde, hatte sowohl wegen ihrer inneren Vorzüge als auch der Autorität ihres Meisters, — der als das geistige und weltliche Oberhaupt der damaligen Judenheit dastand, und dessen Schule, wohl die einzige nennenswerthe seiner Zeit, den Mittelpunkt des jüdisch-religiösen Lebens und Wissens bildete, — allgemeine Aufnahme und Anerkennung gefunden, und dadurch die anderen Mischnasammlungen in den Hintergrund gerückt. Waren doch die halachischen Aussprüche damals nicht schriftlich abgefasst, sondern in kurzer, gedrängter Form mündlich tradirt und dem Gedächtniss anvertraut worden, und wer eine Halachasammlung mühsam als einen Gedächtniss-Schatz sich zu eigen gemacht hatte, und dieselbe, um sie nicht zu vergessen, stets wiederholen, um ihre gedrungene Redeweise richtig zu erfassen, die eigene Denkthätigkeit daran üben, oder von Anderen überkommene Erklärungen sich hinzu merken musste, der mochte sich nicht leicht entschliessen, noch eine andere Halachasammlung, die doch wesentlich dasselbe darbot, seinem Gedächtniss einzuprägen.1) Je mehr also die Mischna des R. Jehuda Hanasi zunächst in dessen eigener Schule, und von hier aus mittels seiner bedeutenden Schülerzahl auch in anderen, besonders den babylonischen Lehrstätten an Einfluss und Verbreitung gewonnen, um so mehr mussten die Halachasammlungen der anderen Autoren vernachlässigt werden, bis sie allmälig der Vergessenheit ») Vgl. Jelamdenu, angeführt im Jalkut 1, Kernes 771., row m rMü nun "OX cyba ICK "»s by f)N -vu -6y nw -)ro ampn Ä ick ampn wai bw tvw rm lo^n ~i bv nm nn *nDp -q bvr irm nymo uro nbj merb poira p, und über m:j Kohelet Rabba zu 1,5. nia *b wwy .*nep -a bw lrotpoi rar\ tjwvi ~i bv in^oi nzi K»n 'i bw pj n6na rwvo etdtidi i»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.