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KC-Blätter · 1932-11-01 · Heft 5 (November 1932) · p. Seite 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 5 (November 1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 109 (sequence 15)
Language
German
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K. C.» Blätter 109 Bücher- und Blätterichau Im Jahre 1792 ist im Verlage von Johann Samuel Äeinsius & Sohn in Leipzig ein Werk von KarlLeun erschienen. „Vertraute Briefe an alle edelgesinnte Jünglinge, die auf Aniverfitäten gehen wollen." Ich möchte die Mitglieder unserer Verbindungen auf dieses Werk, das in den Universitätsbibliotheken sicherlich zu haben sein wird, besonders hinlenken. Trotz ihres Alters sind diese vertrauten Briefe in vieler Beziehung heutzutage geradezu modern. Sie zeigen den ganzen Rückschritt auf, den in den letzten Jahren unsere Universitäten und vor allen Dingen unsere Studenten aufweisen. Zur Behandlung in den Fuxenstunden sind diese Briefe wirklich bedeutsam. Man wird finden, daß die weite und freie Auffassung einer früheren Zeit heute unseren Iungakademikern nur zum Nutzen sein könnte. Aber man wird mit Schrecken feststellen, um wie vieles wir in den letzten 150 Jahren zurückgekommen sind. Ich will hier im einzelnen nichts anführen; ich hoffe vielmehr, daß durch diese Bemerkung die Jugend des K. C. auf dieses Buch besonders hingewiesen wird, und daß sich Bundesbrüder finden, die die von mir im einzelnen angedeuteten Punkte zu kurzen Aufsätzen in den K. C.-Blättern verarbeiten werden. Wir können hier unserer deutschen akademischen Umwelt in vieler Beziehung einen Spiegel Vorhalten, der ihr zeigen wird, wie es in unserem akademischen Leben sein sollte, wie es aber leider nicht ist. Ludwig Holländer Das Oktoberheft des Morgen wird sinnvoll eingeleitet durch einen kleinen Abschnitt aus dem Reujahrsgebet von Abba Areka. Ismar Freund setzt seine äußerst aufschlußreichen Ausführungen über den Begriff der „Staatenlosigkeit" fort und illustriert ihn an instruktiven Beispielen. Bruno Italiener gibt eine äußerst feine Analyse des Rembrandtschen „Segen Jacobs". Gottfried Salomon wendet sich in seiner „Soziologie des Judenhasses" an die Juden selbst, und zwar an den einzelnen. — Friedrich Hertz' „Der erste Weltbürger" zeigt die kosmopolitischen Ideen, die schon herodot beseelten. — Mar Eschelsbacher liefert zahlreiche wertvolle Belege, die die Frage beantworten: „Gibt es Geheimgesetze?" — Volkmar Frobenius wirft in seiner Skizze einer Utopie „Antisemitismus?" interessante Gegenwartsprobleme auf, die Ludwig Holländer glücklich beantwortet und widerlegt. — Herbert Klein führt in Schaffen und Leben Grnest Blochs ein, einem der begabtesten Komponisten unserer Tage. — Edith Falk setzt sich mit Ernst Holzers „Aufruhr gegen den Geist" in trefflicher Weise auseinander. — Größere prinzipielle Buchbetrachtungen, u. a. von Erich Stern, Wilhelm ' Michel, Eduard Strauß u. a. beschließen das vielfältige Heft. — Der Morgen . erscheint sechsmal im Jahre. Jedes Heft ist ca. 100 Seiten stark. Abonnement durch jede Buchhandlung oder durch den Philoverlag, Berlin W 15, 12 Mark jährlich. Anti-Anti, Tatsachen zur Iudenfrage. 6. völlig neubearbeitete Auflage (24. bis 28. Tausend) Philo-Verlag und Buchhandlung G. m. b. h., Berlin W 1932. 180 Bl. Die Beobachtung der nationalsozialistischen Agitation zeigt, daß sie sich heute mehr denn je wieder ihres alten wirkungsvollen Mittels, des Judenhasses, in den Parlamenten, im Wahlkampf, in Zeitungsartikeln bedient. Mit Schlagworten wie „Iudenpresse", „jüdische Drückebergerei im Kriege", „jüdischer Reichtum", „Iudenregierung", „jüdische Rasse", „jüdische Geheimlehren" und zahllosen anderen wird eine Verwirrung in weite Volkskreise getragen, der am besten durch Verbreitung aufklärenden Materials begegnet werden kann. Diesem Bedürfnis wird der seit fast einem Jahrzehnt bekannte „Anti-Anti" gerecht, der vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens herausgegeben, soeben in stark er-

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