KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 2 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Vertrauliche Beilage der K. C.-Blätter sie wohl halb überzeugt werden, aber fast nie erreicht man das Endziel, die Aktivmeldung. Und doch würde man dieses Ergebnis auf andere Weise, allerdings mit mehr Zeitaufwand und mehr Arbeit, aber dafür mit einem bestimmt besseren Erfolg herbeiführen können, diese andere Weise heißt! Vorkeilen! Vor einem Jahre noch stand das Amt des K. C.-Keilwarts nur auf dem Papier. Heute ist die Lage die, daß der k. C.-Keilwart erfreulicherweise arbeitet, aber noch vielfach in falscher Richtung und vollständig ohne Organisation. Ebenso unorganisiert keilen die paar Landesverbände, die in dieser Beziehung überhaupt tätig sind. Das muß geändert werden! Darüber, daß vorgekeilt werden muß, herrscht wohl kein Zweifel. Aber eine Werbung kann nur erfolgbringend sein, wenn sie planmäßig durchgeführt wird, was überdies auch noch den Vorteil der größtmöglichsten Sparsamkeit mit sich bringt. Wie soll aber die Organisation aussehen? Bevor die Keilfüchse persönlich bearbeitet werden, muß man die Möglichkeit geschaffen haben, auch wirklich alle zu erfassen. Man muß einen Stamm Leute finden, die, an den geeigneten Stellen eingesetzt, die Gewahr dafür bieten, daß sie mit Fleiß und Pünktlichkeit ihren Teil Arbeit erledigen. Jedes deutsche Land muß einen Keilwart erhalten, dieser teilt das Land in Kreise oder Bezirke ein, die leicht zu übersehen sind, und bestimmt für jeden dieser Kreise einen Kreiskeilwart. Diese Stufenfolge von K. C. - Keilwart zu Landeskeilwart, zu Kreiskeilwart muß von unten nach oben organisiert sein, d. h. die Kreiskeilwarte sind die eigentlich wichtigsten Stellen bei der nachherigen persönlichen Keilarbeit. Sie kennen die Verhältnisse in der Heimat des Keilfuchsen, kennen vielleicht ihn selbst, seine Eltern, auf jeden Fall sind sie besser zur persönlichen Keilarbeit geeignet als ein vollkommen fremder aus einem ganz andern Lande. Die Landeskeilwarte und der K. C.- Keilwart sind mehr Verwaltungsstellen, die die Berichte über die Keilfüchse weiterleiten. Veranstaltungen aufziehen und Keilschriften zur Verfügung halten. Die Kreiskeilwarte fübren eine Kartothek über alle Keilfüchse ihres Kreises, deren Adressen und Referenzen von ihnen bis Mai jedes Jahres von den jüdischen Gemeinden einzuholen sind Von Anfang Juni spätestens an muß die persönliche Keilarbeit einsetzen. deren Durchführung allerdings der Fähigkeit des einzelnen Keilenden überlassen bleiben muß, die aber dadurch erleichtert wird, daß von August bis Oktober die Aktiven und Inaktiven in den Ferien nach Hause kommen, unb dann in dieser Zeit die Keilarbeit sonsetzen werden. Anfang Oktober sendet jeder, der einen Keilfüchsen gekeilt hat, einen Bericht über seine Ergebnisse beim Kreiskeilwart ein. Dann erst kann dieser beurteilen, in welchen Fällen ein Weiterkeilen zweckmäßig und nutzreich für den K. C. ist. Die Keilarbeit kann jetzt neben persönlichen Unterhaltungen auch die Zusendung von Keilschriften umfassen. Jetzt erst ist der Zeitpunkt gekommen, wo derartige. Keilschristeil als Folge der persönlichen Keilarbeit günstig wirken können, während sie so. wie sie jetzt benutzt werden, als erstes Mittel zur Fühlungnahme, psychologisch falsch angewandt sind und in keiner Weise fördernd wirken. In der Zeit von Februar bis März soll man die Leute ruhig ihrem Abitur überlassen, und ihnen nur periodisch K. C.-Schriften zusenden.' Rach beendetem Abitur aber muß die Keilarbeit besonders von den wieder zurückgekehrten jungen K. C.ern am intensivsten wieder ausgenommen werden. Die Berichte werden dann wieder dem Kreiskeilwart zugesandt, der sie vervollständigt, und an den Landeskeilwart weitergibt. Dieser muß möglichst die Angabe des zukünftigen Studienortes erfahren, damit er die Berichte gesammelt möglichst mit Angabe der Studienadresse und Ankunftszeit den betreffenden Verbindungen noch vor Semesterbeginn zusenden kann. Diese Art der Keilarbeit wird und muß bessere Erfolge bringen als die bis jetzt geübte, allerdings erfordert sie Leute, die sich in den Dienst der Sache stellen. Wenn aber erkannt wird, von welcher Wichtigkeit diese Frage für den ferneren Bestand des K. C. ist, jo glaube ich nicht, daß die Durchführung an Leutemangel scheitern wird, sondern daß es eine Ehrenpflicht jedes K. C.erssein wird, sich dieser Angelegenheit zu widmen. Ludwig Kaufmann (Bav.)