KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 2 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VertrsulicheVeilsge derXC.-Vlstter But kür K. C er — Bis Handschrift gedruckt 1933 Tebtuat Bf. 2 Fachhilfe In einer umfangreichen Denkschrift, die Ernst Neichmann (Sprev., Rh.-Pal.) im Dezember 1931 dem GA. eingereicht hat. hat er u. a. den — in ähnlicher <vorm vielleicht auch schon friiber durchdachten — Vorschlag gemacht, die Facharbeit der jüngeren Aktiven durch unsere Verbindungen unterstützen zu lassen. Dieser Gedanke ist m. E. so wertvoll und so sehr aeeignet, die Außen- und Innenarbeit der Verbindungen zu fördern, daß ich auf ihn in diesen Blättern kurz Hinweisen und gleichzeitig für die Verbindungslettungen die Empfehlung daran knüpfen will, zu erwägen, ob diese Einrichtung sich nicht auch bei ihren Verbindungen bewähren kann. Unter Fachhilfe darf nicht etwa ein Repetitorium verstanden werden, das systematisch alle Wissensgebiete durchgeht. Fachhilfe, die wohl vornehmlich nur für Juristen und Mediziner in Betracht kommt, ist gedacht als eine erste Einführung und Unterstützung der jungen Semester, die fick» in ihrem Studiengebiet erst heimisch machen wollen. Es ist kein Zufall, daß der Gedanke der Fachhilfe gerade jetzt wieder Bedeutung gewinnt, nachdem für Mediziner (im ganzen Reich) und für Juristen (in Preußen) die Zwischenexamina nach dem dritten Semester eingeführt sind. Die Verbindungen dürfen sich den Anforderungen, die mit der Neueinrichtung dieser Prüfungen an die Aktiven 'gestellt werden, nicht verschließen; sie müssen mehr denn je versuchen, Verbindungsarbeit und Studienarbeit, die leider noch viel zu sehr divergierende Pole bilden, auf einen Nenner zu bringen. Damit werden sie ihren Bundesbrüdern auch das Gefühl nehmen, das besonders bei den jüngeren Semestern häufig hervortritt, daß die Verbindung sie von ihrer Facharbeit abhält. Fachhilfe stelle ich mir so vor. daß sich ein tüchtiger Kliniker oder Referendar mit den jungen Aktiven zusammensetzt — Zwang darf natürlich nicht ausgeübt werden — und mit ihnen alle die Fragen durchspricht, die das Studium mit sich bringt, sie besonders auf das hinweist, was wichtig ist und was sie sich merken müssen, also eine gewisse Ordnung in ihren Lernstoff bringt und dafür sorgt, daß sie sich nicht von der Fülle des auf sie einftürmenden Materials erdrücken lassen. Natürlich ist es nicht Sache des Fachhelfers, schematisch nur die in den Vorlesungen oder Uebungen gegebenen Fälle zu lösen. — So spricht beispielsweise in der Sprevia, die die Fachhilfe seit Anfang dieses Semesters eingeführt hat, ein Kliniker im 10. Semester mit den Füchsen zur Zeit die Anfangsgründe der Chemie durch und wird demnächst auch andere Gebiete vornehmen. Ebenso kommen von den Juristen regelmäßig unter Anleitung eines Referendars Burschen und Füchse zusammen, die auf diese Art sicher einen besseren Einblick in das Jus bekommen, als wenn sie sich nur auf das Kolleg oder ihre Bücher verlassen. Bei der Fülle des überall vorhandenen Stoffes konnfelbstverständlich nicht mehr als ein großzügiger Ueberblick geboten werden, doch genügt es bereits, wenn die Teilnehmer an den Nachhilfestunden sehen, „worauf es ankommt". Ich würde mich freuen, wenn auch andere Verbindungen diese — hier sehr kürz wiedergegebenen — Anregungen aufnehmen würden. Mit der Einrichtung der Fachhilfe wird nicht nur den einzelnen Bundesbrüdern geholfen. Mit einer solchen von den Verbindungen propagierten Facharbeit würde auch das Keilen wesentlich erleichtert werden. da damit ein wichtiges Argument gegen die Angst geschaffen würde, durch den Verbindungsbetrieb von der Arbeit abgehalten zu werden. Und nicht zuletzt würde die Fachhilfe der Stärkung der Bundesbrüderlichkeit dienen. Also greift diesen Gedanken auf und berichtet dann von Euren Erfahrungen? Stefan Fraenkel, (Sprev. AH., Rh.-Pal.A.H.)