KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 61 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Pertraulidje Beilage der K.C.=Blätter llur für K. C.er — Bis Handschrift gedruckt. MI November Nr. 6 Die in den früheren Nummern begonnene Aussprache wird heute fortgesetzt. Das Thema der heutigen Debatte lautet wiederum: Umstellung Heer K. C.-Redakteur! Sie empfangen hiermit meinen Beitrag zu der von Ihnen angeregten Meinungsäußerung. Ich betone v)r allem, daß dasjenige, was ich sage, keineswegs böse, Wohl aber ernst gemeint ist. — Der K. C. soll sich umstellen? Wo steht denn der K. C., der K. C.er? Schwer zu sagen! Manche fechten noch, die meisten suchen nur in der „Tendenz" das Heil, unter der einige eine Art Religionsstunde, andere eine Art Eindringen in die „Probleme der Politik" verstehen. Auch die einzelnen Verbindungen haben die verschiedenartigsten Gesichter, die sich dank eines nur dem K. C. eigentümlichen Nundreiseshstems überraschend plötzlich ändern können. Vorschläge zur Umstellung sind gemacht. Sturmtrupp ohne Couleur, tzochschulverein mit Couleur, beide selbstver? stündlich ohne Mensuren. Soll dies' aber zum Inhalt des K. C. werden? Darein könnte ich mich nicht finden. Beide Vorschläge verdienen wohl keine unbedingte Ablehnung. Daß wir, um uns etwa unserer Haut zu wehren, uns aus technischen Gründen zu Kampftruppen zusammenschließen werden, erscheint einleuchtend, daß wir mit politischen Gesinnungsgenossen möglichst Zusammenarbeiten, ebenfalls. Aber, lieber Walter Loewenstein, unsere Tätigkeit in Frankfurt a. M. wäre, wie Du auch weißt, zunächst etwas theoretischer Natur, denn, der D. St.V. existiert dort nicht und spielt in Süddeutschland überhaupt eine geringe Rolle, die Demokratische Studentengruppe ist aus Mangel an Mitgliedern entschlafen, dre Sozialdemokraten gehen mit den Kommunisten zusammen, mit denen zu paktreren nicht jedermanns Sache ist. des K. G.? Mein Vorschlag fällt entschieden aus dem Rahmen der übrigen, er besteht aus 2 Punkten. Punkt 1: Einführung der Bestimmnngsmensnr (1 Partie vor, 2 nach der Rezeption). Man ist sich darüber einig, daß die heutige Situation eine besonders große körperliche und geistige Bereitschaft des K. C.ers erfordert. Der G. A. hat diesedurch sein Sportprogramm herbeizuführen versucht. Unter den Gesichtspunkten, die seine Einführung veranlaßten, halte ich es für verfehlt. Ich glaube, mir ein Urteil erlauben zu dürfen, da ich schon eine Reihe von Jahren Leichtathletik und auch Boxen treibe. Sport kann die geistige Bereitschaft, den Willen, sich zu behaupten, sich zu wehren, nicht geben. Dieses Werk vermittelt nach wie vor die Mensur. Man lernt zu stehen und das ist auch bei einer Schlägerei das Wichtigste, ich jedenfalls habe bei Zusammenstößen noch nie Boxkenntnisse anwenden können. Die Form der schlagenden Korporation ist heute nicht wertlos, für^ uns weniger als je. Unsere Porgänger haben diese Form gewählt, nicht um nachzuäffen, sondern weil sie erkannt hatten, daß diese spezifisch deutsche Schöpfung eine unübertreffliche Schule des Mannes darstellt und als solche keineswegs eng zeitgebunden ist. In erster Linie erstrebt die Korporation Erziehung des einzelnen. Arbeit nach außen ist erst dadurch bedingte Wirkung. An die Vorurteile bestimmter Kreise brauchen wir uns nicht zu kehren, wenn wir das erstreben, was wir für wertvoll und richtig erkannt. Wenn wir in Erfüllung unserer Idee eine wertvolle alte Form in ihren Dienst gestellt haben und von dem Wert dieser Form ehrlich überzeugt sind, wird uns kein rechtlich Denkender verurteilen können.