KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 11 (November 1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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K. C.-Blätter Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzügl. 0,60 M. Postgebühr. Abonnementsbestellungen durch den Aerlag und das K. C.-Büro. Zeitschrift des Kartell- Convents d. Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens Anzeigen - Annahme durch den Verlag und das K. C - Büro. Preis 1,— Mark für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Moffe Zeilenmeffer Nr. 15. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemetnschast mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volkheit bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Zudenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. (5. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz 1 und 2 bedingt ist." 21. Jahrgang Nachrichtenheft Nr. 11 November 1931 Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. * Umschau S I8r> — Verlängerte Amtsdauer für Universitätsprofenoren? — Der Lochschul- Vvy . „ ring will politisch werden S. 188 — Gefängnisstrafen für bayerische Studenten. - Vom undeulschen Geist! S. 180 — Bücher- und Blätterschau S. l'.»o — Eine neue Geschichte des deutschen Studententums. — Medizinischer Stellennachweis — K. C.-Lilfskasse — Personalnachrichten S. I0l — Adressenveränderungen — Jüdische Sportleistungen — Verbandsnachrichten S. n>2 — K. C- Veranstaltungen S. 105. Amschau Der Zionismus ist die Quintessenz unserer Gegenwartsnot — so müßte es heißen, wenn die zionistischen Zeitkommentare richtig wären. Sonderbar, daß beispielsweise die Jüdische Rundschau ihre Anmerkungen zu den jüngsten nationalsozialistischen Erfolgen auf den Ton stimmt, nur eine nationaljüdische Selbstbesinnung könne uns retten. Sie hält den Zeitpunkt für gekommen, in dem das Judentum seinen Standpunkt revidieren und vom Optimismus loslösen müsse. Uns hingegen scheinen ganz andere Erkenntnisse aus der wachsenden Radikalisierung des deutschen Volkes zu dämmern. Zunächst einmal hat unsere jüdische Weltauffassung mit Optimismus oder Pessimismus wenig zu tun. Wir betonen nicht darum unser Deutschtum, weil wir das für eine besonders geschickte Taktik halten, sondern weil das unser untrügliches Kulturempfinden ist. Unser Volksbekenntnis ist keine Reflexerscheinung opportunistischen Denkens, sondern eine originäre, im Seelischen begründete Gewißheit. Wir können die Richtigkeit unseres Standpunktes nicht nach dem Maß der Glückseligkeiten berechnen, die wir in feinem Verfolg gelvinnen. Cs muß gerade in der heutigen Zeit gesagt werden, daß unsere ^Politik" absolut keinen Schissbruch leiden konnte, weil sie nämlich gar keine Politik, keine Zweckmäßigkeitsbestrebung war. Cs ist vielleicht die T r a - g i f unserer jüdischen Weltanschauung, daß sie uns vor Konflikten mit der Ration, der wir angehören, nicht schützen konnte. Cs ist aber bestimmt nicht ihr Fehler. Der Fehler wird von denen begangen, die die Ehrlichkeit unseres Wollens verkennen. Wir müssen auf alle Fälle das Zweckmäßigkeitsmoment aus der Debatte um unsere jüdische Einstellung ausscheiden. Wollte man aber selbst mit Opportunismen arbeiten, dann wäre der zionistische Vorschlag bestimmt falsch, mit jüdischnationaler „Selbstbesinnung" gegen das Unheil anzugehen. Das eine können wir sicherlich aus den Entwicklungen der letzten Tage entnehmen: Wir Juden allein werden den Nationalsozialismus unmöglich überwinden können, denn dazu find