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KC-Blätter · 1931-12-01 · Heft 3 (Dezember 1931) · page 29

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Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 3 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Dertraulicbe Beilage DerK.C.=Blätter Ilur für K. C.er — Fils yandschrift gedruckt. 1931 Dezember Tin 7 Die Themen dev heutigen Aussprache. Unsere heutige Aussprache erstreckt sich nochmals auf das Thema: „Umstellung des K.C", sowie ferner auf die Frage des „Studentischen Arbeitsdienstes" (zu diesem Punkte vgl. auch die Vertrauliche Beilage zum Juli- Heft). D. R. Ein Wort zur Umstellung des K. C. Der Hauptgegensatz in den Ausführungen Reichmanns und Pinkus liegt im Ausgangspunkt. Während Reichmann die Form der Korporation geändert wissen will, möchte Pinkus nur die altbewährte Form mit neuem Geist erfüllt sehen und macht den Menschen, die diese Form zu handhaben hatten, den Vorwurf der „Trägheit des Herzens", einen Vorwurf, den er von der Korporationsform ganz unabhängig erachtet. Dabei scheint mir folgendes übersehen zu sein: Das Korporationsleben des wilhelminischen Zeitalters stellt einen Ausschnitt aus dem Militärstaat dar. Die Couleur tritt anstelle der Uniform; sie verkörpert einmal die Zugehörigkeit zu einer bevorzugten Herrenkaste, alsdann die Verpflichtung ihres Trägers zu schrankenloser Wahrung der für diese Kaste geltenden Disziplin und Standesanschauung. Daher die durch den Begriff der Satisfaktionsfähigkeit geschaffene Aeberheblichkeit des schlagenden Korporationsstudenten, der nur noch den Offizier als gleichberechtigt ansah. Leider stand diesem heute wohl als überholt angesehenen übersteigertem Ehrbegriff nicht das Gefühl gesteigerter Verantwortung gegenüber, dessen Fehlen es dem schlagenden deutschen Akademiker verwehrt hat, der Führer des Volkes zu sein. Er fühlte sich eben mit der Masse des Volkes, „den Proleten", nicht genug verbunden. Statt dessen verharrte er, und mit ihm der deutsche Jude, auch nach der Staatsumwälzung in der von Reichmann meisterlich gezeichneten Erstarrung. Keinen Vorwurf den Gründern des K. C.; sie hatten keine andere Wahl, als die Fehler des Korporationswesens bewußt und unbewußt mitzumachen, und haben auch, an der damaligen Zeit gemessen, große Erfolge errungen, die nur Andank schmälern könnte. Der tiefe Gegensatz zwischen Korporation und Volksempfinden läßt sich nicht dadurch beseitigen, daß man ihn einfach leugnet, wie dies Pinkus tur mit den Worten: „Es ist kein Gegensatz zwischen Korporation und sozialem Verständnis". In der Theorie ist der Gegensatz gewiß überbrückbar. Aber in der Praxis lastet auf der Form der Korporation mit ihren Erscheinungsformen, dem Duell, der Couleur, dem Comment, dem Fuchsentum usw. ein derartiges Maß — an sich hochwertiger — Tradition, daß sie wie ein abschließender Panzer wirk( So hindert die durch jahrzehntelange Tradition eindeutig festgelegte Korporationsform uns daran, mit der Masse des Volkes Fühlung zu halten und auf diejenigen Schichten einzuwirken und zu uns heranzuziehen, die durch die Korporationsform abgestoßen werden, zumal sie in ihr eine weit stärkere Entpersönlichung erblicken, als ihr tatsächlich innewohnt. Es handelt sich hier gerade um junge Menschen, die sonst starke geistige Kämpfer für den K. C. werden könnten. Mir scheint aber die Gewinnung der mit dem Judentum innerlich verbundenen breiten Volksschichten, die auf dem Boden unserer Tendenz stehen, viel wichtiger, als der Kampf mit der Waffe oder mit dem Arm, den ich nur als eine Notwehr aufgefaßt wissen mochte, um zu beweisen, daß körperliche und sportliche Ertüchtigung für den Ernstfall wehrhaft machen. Im übrigen stelle ich mir die Amstellung von der Korporation zu einer geistigen Kampftruppe für das Judentum in der Richtung vor, wie sie Weiht vorschwebt. Dazu gehört, daß die Formen des Korporationsl^bens, Couleur, Mensur, Comment» Fuchsentum und in gewissem Amfang auch die Kneipe, nicht nur abgestreift werden, sondern durch zeitgemäße Offizien ersetzt werden, die darauf bedacht sind, unter Wahrung der Individualität des Einzelnen jeden Bundesbruder zu intensivster, freiwilliger Mitarbeit anzuregen und anzuleiten auf allen Ge-

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