KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 64 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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64 K. C.° Blätter Heterogene im Homogenen versinkt, so wird es verständlich sein, den Nationalsozialismus als Massenbewegung auszufassen, die notwendigerweise als solche eine Rassenbewegung ist. Der Haß der Nationalsozialisten ist zweifellos ein Massenhaß. Er äußerst sich in der oben beschriebenen Art und muß also gewissen- und skrupellos sein. Beim Einzelnen hat einfach das Gewissen nicht mehr ausgereicht, um die durch den Weltkrieg und die Weltkrise entstandene Not für sich zu beherrschen und zu beseitigen. Er weiß nicht mehr, was er tun soll. So verlor er die Verantwortung und das Gewissen, regredierte auf den Urzustand der Masse und überließ sich dem Haß. Der Schrei nach der Diktatur ist eine solche aus der Not entstandene Verantwortungsschwäche. Erst wenn die Not gemildert sein wird, wenn der Einzelne wieder die Möglichkeit haben wird, sich aus der Masse heraus- . zudifferenzieren und damit eine verantwortungstragende Persönlichkeit zu werden, wird ein erhöhter Bewußtseinzustand, ein höheres Wissen und damit ein größeres Gewissen möglich sein. Dann erst wird das Wort des Sokrates wieder Geltung haben, daß das Wissen Tugend ist. Eine Masse hat kein Wissen, also auch keine Tugend, sie steht dem! Haß näher als der Liebe. Jüdisch-Nordisches. Von Regierungsbaumeister Sigmund Stiefel (Bad.-K.). In Kürze das derzeit anerkannte Ergebnis der Grabenforschung, sich deckend mit dem der Schriftquellen: Dreierlei Kultur herrschte im vorgeschichtlichen Europa: 3) Die Mittelmeer-Kultur in den am frühesten eisfreien Ländern; von Spanien-Südfrankreich ausgehend (Höhlenfunde in der Dordogne, Altamira pp.), nordwärts reichend bis nach Südengland (Stonehenge), ostwärts bis über den Rhein; gekennzeichnet durch das Rundhaus. b) Die Donau-Kultur, begleitet von der „Bandkeramik", die man wohl den Kelten Zuteilen kann. c) Die nordische Kultur (Megalith- und Schnurkeramik), zentriert in der Mark Brandenburg und weiterer Umgebung (Lausitzer Kultur), den Germanen zuzuschreiben; Tacitus hebt als Hauptträger die Semnonen hervor. Von ihren Ursitzen greift sie nach Skandinavien, sobald dieses mit dem Zurückweichen der Gletscher be° siedlungssähig wird — noch in der, für den Norden länger dauernden Eiszeit, über die zeitweise aufgetauchte Landbrücke beim heutigen Sund. (Vorher sind allerdings schon Völker mittelmeerischer Art an den Küsten Dänemarks der Jagd und dem Fischfang nachgegangen.) Ostwärts saßen die Germanen noch im heutigen Litauen, Polen usw. Nach der Völkerwanderung, die die Germanen westwärts verlagert, rücken die Sladen nach, deren Urzeit ist bisher relativ wenig erforscht. Als Gesamtspanne der Menschen-Entwicklung, vom Neandertaler (Moustrien) bis heute glaubt man neuerdings etwa 16 000 Jahre