KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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K.C.-Blätter Zeitschrift des Kartell- Convents d. Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens .Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechligung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judensrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. (£. kerne Stellung, soweit dies nicht durch Absatz 1 und 2 bedingt ist." Anzeigen - Annahme durch den Verlag und das K C - Büro. Breis 1,— Mark für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Moste Zeilenmester Nr. 15. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzttgl. 0,00 M. Postgebühr. Abonnements, bestellungen durch den Verlag und das K. C.-Büro. 21. Jahrgang Aufsatzheft Nr. 1 Januar 1931 Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. * Palästinaaufbau und Paläflinapolitik. S. 1. — Sind wir Assimilanten. S. 1i. — -.-i_1 Positives Judentum gegen Zionismus. S. 14. — Ein Nichtjude entdeckt den K. C.- Geist. S. 16. — Antisemitische Motive und Gestalten in der deutschen Dichtung. S. 22. — Bücher- und Blätterschau. S. 34. Palästinaaufbau und Palästinapolitik. Von Dr. Felix Goldmann, Leipzig (Thur., Saro.-Bav.). Es sei darauf hingewiesen, daß in den K. C.°Blättern veröffentlichte Aufsätze, die den Namen des Verfassers angeben, lediglich über dessen private Ansicht, nicht aber etwas über die offizielle Verbandsmeinung aussagen. Die Red. Wer mitten in den Ereignissen steht, kann nur schwer objektive Urteile fällen. Abneigung und Zustimmung vergrößern die Kontraste, und die Politik mit ihren täglich wechselnden Hoffnungen und Verstimmungen umhüllt die Konturen und den Kern der Vorgänge mit einem dichten Nebel. Auch der Palästinaaufbau ist diesem Schicksal nicht entgangen, und dadurch, daß die Politik in seinem Werden eine allzugroße Rolle zu spielen beginnt, ist die Sache selber, obwohl sie eine uralte religiöse Forderung des Judentums darstellt, in der Gefahr, zu einem Spielball politischer Leidenschaft und zu einer Parteiangelegenheit zu werden. Die Grundtatsachen dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. Während der Palästinaaufbau bis in das letzte Drittel des neunzehnten Jahrhunderts hinein lediglich als die Erfüllung einer religiösen Sehnsucht und als ein Werk der Wohltätigkeit gegolten hatte, war er im letzten Jahrzehnt durch den Zionismus zu einem wirtschaftlichen und politischen Ziel geworden. Die systematische Besiedelung des Landes hatte vor dem Kriege trotz aller Schwierigkeiten begonnen, die hebräische Sprache war — nicht nur von den Zionisten — stark gefördert worden, und die Anfänge einer jüdischen Kultur waren